No. 6 // Social Media ist …! von Jens T. Hinrichs

Social Media ist …!

„…, wenn Vier zum Quadrat noch lange keine 16 ergeben!“
2. Juni 2011, 21:03:18 Uhr

„…, wenn Intimität nur noch über das Internet ausgetauscht wird und man mit seinem/r Partner/in nur noch darüber reden kann, sobald das Partner-Zubehör oder die eigene Flatrate kompatibel sind!“
2. Juni 2011, 21:05:21 Uhr

„…, Geschichten bekommt man ab sofort nur noch auf dem Tablet serviert. Auf dem Story-Teller liegen aber nur magische Bohnen oder Käseblätter!“
2. Juni 2011, 21:11:13 Uhr

„… die Tatsache, dass Bookmarks in Wirklichkeit Eselsohren sind und in Wirklichkeit literarische Werke dadurch nicht schöner werden und man dafür unsittlichen Leseratten die Eselohren lang ziehen sollte!“
2. Juni 2011, 21:18:34 Uhr

„…, wenn Vier zum Quadrat einer ungeliebten Rasterfahndung gleichkommt. Dann doch lieber an jedem Ort eine anonyme Speichelprobe oder … hinterlassen!“
2. Juni 2011, 21:25:20 Uhr

„…, wenn ewiges rum- und auspingen die Wahrheit tötet, aber der Kommerz überlebt, jedoch das Echo immer noch keine Orientierung durch den Geiz-ist-geil-Dschungel bietet!“
2. Juni 2011, 21:28:56 Uhr

„…, wenn gefakte Kommunen-Profile mit abweichenden E-Mail-Adressen und diverser Vita versehen sind, die nur deshalb authentisch wirken, weil diese unterschiedliche IP-Adressen haben!“
2. Juni 2011, 22:00:44 Uhr

„…, wenn Unternehmen keine Manufakturen mehr sind, sondern Linkfabriken!“
2. Juni 2011, 22:04:16 Uhr

von Jens T. Hinrichs

Autor: en bloc thesis

Journalist, a.D. (außer Dienst). Ich bin gezeichnet und gleichsam entkräftet, mobilisiere nun meine Kontakte aus alten Tagen. Ich bin immer noch vom Journalismus überzeugt, auch wenn ich selbst nicht viel Glück damit hatte. Womöglich hatte ich mich zu sehr auf meinen Grundsatz “The answer how to question something is whistleblowing. The rest will be killed by free speech.” verlassen und deshalb keinen Stich gelandet. Welch' Ironie des Schicksals.

2 Gedanken zu „No. 6 // Social Media ist …! von Jens T. Hinrichs“

  1. iColumn// 18. April 2017, 18:36 – Dass Unternehmen keine Manufakturen mehr sind, damit ist gemeint, dass sich Unternehmen von den sozialen Netzwerken abhängig machen. Wie effektiv ist Werbung in den sozialen Netzwerken wirklich? Wirtschaftlich sind sie meines Erachtens nur für jene sozialen Netzwerke, die diese Werbefabriken betreiben, weil ständig Geld hineingepumpt werden muss. Nicht-werbende werden nicht mehr wahrgenommen. Von Unabhängigkeit kann da keine Rede mehr sein. Ich sehe eine schleichende Gefahr, dass Journalisten PR machen, weil die unabhängige Wahrheit und nackte Tatsachen, insbesondere für Unternehmen mit Image-Schaden, nicht mehr zu ertragen sind. Durch diese Instrumentalisierung werden objektive Gegenstimmen immer seltener. Dabei lag doch die Herausforderung gerade bei den klassischen Medien, sie haben den Tie-Break (Wellish, Übersetzung: Schlagabtausch) einfach nicht für sich entschieden und verschwinden in der weltweiten Verwässerungen. Dass sie schon lange nicht mehr darin schwimmen, sondern jämmerlich ertrinken, begreifen sie einfach nicht mehr. Nur noch ein paar Ruderschläge mehr und sie haben auch den objektiven Blick zum entgegen gesetzten Ufer verloren. Es wird nicht mehr das globale Publikum angesprochen, sondern nur noch für spezifisches Publikum geschrieben. Schade, dass die Pressevertreter so käuflich geworden sind.

  2. iColumn // 12. Juni 2011, 19:02 Uhr – Ich hab‘ mit „Social Media ist …!“ auch schon so was wie ein Käseblatt zusammen. Herz drumherum und dann eine selbstklebende Briefmarke zu 55 Bitcoin oder Cent das Miststück … ein Comic-Strip oder Karikatour wäre schön (blöd), die ersten Gehversuche hatte ich bereits unternommen; leider sind sogenannte Zeichner/Könner daran gescheitert. Ich muss es mir selbst machen, da meine Gedanken nun wirklich schwer zu transformieren sind und den Umweg über einen Profi erspare ich mir … einfach ist das allerdings nicht.

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