Fernsehfilm // Das weiße Kaninchen

Fernsehfilm:

Das weiße Kaninchen

Das weiße Kaninchen (2016) | Trailer from Festival des deutschen Films on Vimeo.

Handlung des Film
Die 13-jährige Sara befreundet sich im Online-Quiz mit dem angeblich 16-jährigen Benny. Hinter ihm verbirgt sich Simon Keller – Familienvater, Mitte 40, Lehrer. Sarah fühlt sich von „Benny“ mehr verstanden als von ihren Eltern.
Als sich Sara via Internet in den gut aussehenden Kevin verliebt, gerät sie in eine Falle: Der 17-jährige erpresst sie mit der Drohung, Nacktfotos von ihr zu veröffentlichen. Keller alias Benny bietet dem verzweifelten Mädchen seine Hilfe an – nicht ohne Hintergedanken. Am Ende kann das LKA die Machenschaften nicht verhindern.

Weitere Informationen:
Drama | ca. 90 Min. | Das Erste | Mittwoch, 28.09.2016, 20:15 Uhr
Drehbuch: Holger Karsten Schmidt, Michael Proehl

Regie: Florian Schwarz
Kamera: Philipp Sichler
Besetzung: Devid Striesow, Lena Urzendowsky, Louis Hofmann, Shenja Lacher u. a.
Produktion: ffpnewmedia.com
Auszeichnung: Medienkulturpreis (Festival des deutschen Films in Ludwigshafen) und dem Creative Energy Award (Internationales Filmfest Emden/Norderney) u.a.

Fernsehfilm // Three Blind Mice – Mord im Netz

Fernsehfilm:

Three Blind Mice – Mord im Netz

In dem Film aus dem Jahr 2003 spielt der Schauspieler Edward Furlong den Computerexperten Thomas Cross. Beim langen Surfen im Internet lernt der Protagonist eine Frau im Chat näher kennen. Eines Tages wird die Frau ermordet, was Cross durch die Webcam beobachtet.
Er meldet die Tat, ohne präzise Angaben über Name und Adresse seiner Bekanntschaft machen zu können. Leicht gerät er dadurch in den Kreis der Verdächtigen.
Mithilfe der Webspezialistin und Polizistin Claire will er seine Unschuld beweisen.

Videonachweis: YouTube/UniFrance, 12.02.2014, Laufzeit: 1 min 44 sec

Three blind mice, see how they run!
They all ran after the farmer’s wife,
who cut off their tails with a carving knife,
did you ever hear such a tale in your life,
as three blind mice?

Deutsch:

Drei kleine Mäuse, sieh‘ wie sie rennen!
Sie rennen der Bauersfrau hinterher,
die ihnen die Schwänze mit einem Tranchiermesser kuppiert,
habt ihr in eurem Leben jemals von solch‘ einem Märchen gehört,
als dem von den drei blinden Mäusen.

Dieser Limerick enthält eine unerwartete Wende, die sich der Zuhörer selbst erschließen muss, nämlich, dass Bauersfrau und Mäuse im Kreis laufen. Die Szenerie ist nicht so ganz klar: Wer wird von wem gejagt, wonach stochert man oder wer tappt im Dunkel?

Plot zum Film, Übersetzung / Kommentierung des Limericks von Jens T. Hinrichs, 30. April 2016

Interview // Im Gespräch mit Virtuosin Dorothee Oberlinger

Interview

Elbe – Lebensader der Musik

Jens T. Hinrichs, Journalist a.D. im Gespräch mit Dorothee Oberlinger über die zeitgenössische Bedeutung klassischer Musik, ihren Einfluss auf die Menschen und was sie damit verbindet.

Die Musikwoche in Hitzacker findet seit 1987 statt. Wie sind Sie auf die Musikwoche aufmerksam geworden?

Ich bin angesprochen worden, ob ich Lust hätte, bei dem Festival zu spielen – was mich sehr geehrt hat, weil ich schon oft davon gehört habe und weiß, dass es ein traditionsreiches Musikfest ist. Das Konzertbüro von Ludwig Güttler war es, das an mich mit der Frage herangetreten ist, ob ich kommen möchte, und es freut mich, zum ersten Mal dort zu sein. Es ist eine absolute Premiere für mich.

Das diesjährige Motto lautet „Elbe – Lebensader der Musik“. Was verbinden Sie selbst mit der Harmonie von Elbe und Barockmusik?

Natürlich gibt es wichtige Städte, die an der Elbe liegen, in denen zu Barockzeiten einfach Musik sehr groß geschrieben war und wichtige Barockkomponisten gewirkt haben. Das war ein wichtiger Bestandteil bei der Konzeption unseres Programms – und dass es eben auch einen Bezug zu Dresden geben soll. Es werden Werke von C. P. E. und J. S. Bach, Antonio Vivaldi, F. Veracini und Silvius Leopold Weiss enthalten sein. Weiss wirkte unter August dem Starken als Lautenist in der Hofkapelle und galt dort als einer der best bezahlten Musiker seinerzeit. Er ist eigentlich auch der letzte lebende, große Lautesolist gewesen. Danach war die Laute als Soloinstrument lange Zeit nicht mehr en vogue und ist erst Anfang des 20. Jahrhunderts wiederentdeckt worden. Auch Francesco Veracini wirkte in Dresden und widmete dem König originale Blockflötensonaten. Dann kommt eine zweite Komponente mit der Elbestadt Hamburg hinzu, weil Carl Philipp Emanuel Bach im Jahr 2014 sein Jubiläumsjahr hat. Deswegen haben wir ein Werk von ihm für die Gambe mit Basso continuo mit im Programm, um auf den Jubilar und die Verbindung zu Hamburg hinzuweisen.

Stichwort Musik und Wasser: Gibt es denn passende Barockstücke, die die Dynamik des Elbestroms darstellen?

Nein, in diesem Fall sind es wirklich die Barockhöfe, die entlang der Elbe einfach wichtige Zentren waren. Und ich habe noch einen ganz wichtigen Komponisten aus Hamburg vergessen: Das ist natürlich Georg Philipp Telemann, der seinerzeit berühmter war als Johann Sebastian Bach! Wir haben das Programm „Familienbande“ genannt, weil die Komponisten zum größten Teil untereinander Kontakt und sogar familiäre Verbindungen hatten. Johann Sebastian Bach, sein Sohn Carl Philipp Emanuel Bach und Georg Philipp Telemann als Taufpate von Carl Philipp. Das sind die Familienbande, die sich darum ranken. Auch Silvius Leopold Weiss, der Lautenist, hat Johann Sebastian Bach nachweislich getroffen. Und wir wissen, dass Johann Sebastian Bach ein großer Bewunderer von Antonio Vivaldi war, seine Concerti für die Orgel arrangiert hat. So gibt es unter den Komponisten eine Vernetzung, zum Teil auch familiärer Art.

Wie müssen sich Laien Barockmusik vorstellen?

Der Kompositionsform für die Flöte waren im Barock zumeist Konzerte mit Streicherbegleitung, Kantaten mit Gesang oder Sonaten. Wir werden an unserem Abend Sonaten mit Basso continuo für unsere Besetzung spielen: Flöte, Viola da Gamba und Laute. Natürlich enthalten diese Werke auch Tanzsätze. Zu der Zeit hat man, sozusagen, die Musik in den Füßen gehabt und beherrschte Tänze wie Menuett oder Sarabande – etwas, das wir als Musiker erst einmal wieder lernen müssen. Ein zentraler Aspekt im Barock ist die Rhetorik oder der Affekt, also die Emotion, die hinter dem Werk steht; es sind, sozusagen, Arien ohne Worte, die sehr rhetorisch sind und zu uns sprechen sollen, fast so, als wenn jemand eine Rede hält. Das ist vielleicht ein ganz zentraler Punkt.

Gäbe es keine Blockflöte: Welches Instrument hätte es Ihnen dann angetan?

Wenn es keine Blockflöte gegeben hätte … Zuerst einmal muss man sagen, dass die Blockflöte eines der ältesten Instrumente der Menschheitsgeschichte ist. Sogar die Steinzeitmenschen sind schon darauf gekommen, Flöte zu spielen. Vielleicht auch deshalb, weil das Instrument einfach sehr nah am Gesang ist und viele Ausdrucksmöglichkeiten hat. Ich habe selber viele Instrumente gespielt, in meiner Jugend und auch später noch, zum Beispiel Cello, Viola da Gamba und Cembalo. Und ich habe sehr viel im Chor gesungen. Das Singen mag ich nach wie vor sehr gern; ich finde, es ist die Basis jeder Musik. Der menschliche Gesang hat mich am meisten zur Flöte gezogen. Deswegen kann ich Ihnen gar nicht sagen, welches andere Instrument ich gemocht hätte, es ist doch sehr hypothetisch – aber das Cello hat mir schon sehr gut gefallen.

Und wenn Sie singen, handelt es sich dabei um klassischen Gesang?

Natürlich nicht auf der Bühne, ich singe halt meinem kleinen Sohn gern mal ein Lied vor – gerade so, wie es geht. Die Flöte ist das einzige Instrument, das ich professionell auf der Bühne spiele.

Ich habe gelesen, dass Sie auch zeitgenössischer Musik zugeneigt sind und anderes als klassische Musik hören, beispielsweise Pop und Rock?

Also Unterhaltungsmusik sozusagen höre ich nur so zum Spaß – oder mein Mann ist derjenige, der sagt, lass uns mal dies oder das Hören und der dann die Platten auflegt.

Ließen sich Stücke der Rock‐ und Popmusik auch auf der Blockflöte spielen oder mit diesen Musikrichtungen in Einklang bringen?

Ich selbst habe mal Ausflüge unternommen, zum Beispiel mit dem Schweizer Popduo Yello, auf deren letzter CD ich mitgespielt und improvisiert habe. Mein Flötenspiel wurde dabei in die elektronische Musik Boris Blanks eingearbeitet. Einen weiteren Bestandteil meiner Arbeit stellt die Neue Musik, die Avantgarde‐Musik dar, einige Werke wurden für mich geschrieben.

Man versucht ja oft, das breite Publikum für klassische Musik zu erreichen, indem man Klassik mit modernen Klängen mixt.

Ja, das kann man machen, ist aber gar nicht notwendig! Die Menschen, die etwas von Barockmusik hören, stellen sich etwas ganz Altes, schon lange Vergangenes und Verstaubtes darunter vor und sind dann ganz erstaunt, wenn sie im Konzert hören, wie frisch und wie „von heute“ das klingen kann. Und so muss es auch klingen, denn auch damals war die Barockmusik ja neueste, allerneueste Musik – und sie muss so klingen, als ob sie gerade druckfrisch herausgekommen sei. Deswegen ist es gar nicht nötig, Umwege zu gehen, um die Menschen dafür zu begeistern.

Das mit dem Zuhören bei klassischer Musik, das ist so eine Sache. Ich fürchte manchmal, dass die Konzentrationsfähigkeit der Menschen – vielleicht durch die elektronischen Medien oder überhaupt durch die Schnelligkeit und Hektik, den Aktionismus unseres Alltags – heutzutage eher abnimmt. Man möchte bzw. kann sich gar nicht mehr solange einfach hinsetzen und etwas auf sich wirken lassen. Eine klassische Symphonie zum Beispiel hat ja schon eine gewisse Dauer oder auch eine Oper, für viele kaum mehr auszuhalten! Nebenbei: Ich finde es immer ganz wichtig, das man auch das Musik‐ Live‐Erlebnis hat und nicht nur die Konserve aus Computer oder Fernsehen und gerade eher „stille“ Kammermusik wirklich genießt und nichts anderes tut als sie hört und aufnimmt, das finde ich ganz wichtig.

Vor geraumer Zeit brachte ein prominenter Sprachimitator seine kleine Blockflöte mit zu einer bekannten Castingsendung, um so Werbung für die alte Blockflöte zu machen. Teilen Sie die Auffassung mancher Menschen, die Blockflöte sei ein missverstandenes Instrument und vom Aussterben bedroht?

Für viele Menschen war das wirklich so, denn es war ein Instrument, das wirklich ganze Schulklassen zwangsweise spielen mussten, auch wenn sie gar nicht wollten, das hat natürlich zu dem schlechten Ruf der Blockflöte beigetragen. Ich finde es sehr gut, dass sich die Kinder heute in jungen Jahren entscheiden können, welches Instrument sie denn spielen wollen ‐ ob Klavier, Geige oder Flöte. Ausgestorben ist die Blockflöte nicht. Sie ist natürlich seltener auf den Konzertbühnen zu erleben als die klassischen Kerninstrumente, wie heutzutage das Klavier oder die Geige. Aber doch, es gibt einige bekannte Blockflötisten, die zum Teil auch bekannt als Dirigenten wurden und wirklich mittlerweile ein großes Publikum haben – aber alles relativ gesehen zum breiteren Publikum der Popmusik. Am Ende der Barockzeit ist die Blockflöte tatsächlich ausgestorben, weil sie da einfach nicht mehr in Mode war und von der Querflöte abgelöst wurde. Im 20. Jahrhundert ist sie wiederentdeckt worden und heute kann man sie an fast jeder größeren Musikhochschule oder Universität als Konzertinstrument studieren.

Bei der Suche im Internet bin ich auf den Widerspruch gestoßen, die Musik der Bach‐Söhne gehöre nicht mehr zu der des Spätbarocks.

Nicht mehr zu der des Spätbarocks?

Ja, man schließt mit dem Tod Johann Sebastian Bachs mit dem Spätbarock ab und über die Söhne Bachs habe ich nichts weiter gefunden. Vielleicht können Sie mich aufklären?

Ja, natürlich gibt es da einen Stilwandel um 1750, und die Bach‐Söhne stehen auf der Schwelle zur Klassik oder Frühklassik. Sie schlagen eine Brücke in der Musikgeschichte vom Barock zur Klassik. Und sie bereiten die Klassik vor. Carl Philipp Emanuel Bach ist auch ein Vertreter des sogenannten empfindsamen Stils; dieser Stil ist sehr emotional, enthält unglaublich viele Überraschungen und hat viele kleinste Färbungen und Affektwechsel. In der Literatur könnte man das mit Goethes „Die Leiden des jungen Werther“ vergleichen.

Können Sie dem Laien einen Tipp geben, wie man sich zwischen den verschiedenen Musikrichtungen zurechtfindet?

Also wie man sich musikgeschichtlich fortbilden kann? Ich finde ja immer, dass ein Blick auf die Künste einer Zeit im Allgemeinen zum Verständnis der Musik beiträgt. Die Renaissance beispielsweise ist das Zeitalter der polyfonen Musik, hauptsächlich der vokalen Musik, bei der die Stimmen gleichberechtigt auskomponiert waren. Das barocke Zeitalter ist das Zeitalter des Basso continuo: Es gibt den Generalbass und eine oder mehrere Oberstimmen (mit Bassinstrumenten wie Cembalo oder Laute, Gambe oder Cello), durch die die Form der Oper überhaupt entstanden ist. Die Klassik ist dann das sinfonische Zeitalter. Ich würde immer raten, sich die Musik erst einmal anzuhören, auf sich wirken zu lassen und dann zu schauen, was in den Parallelkünsten passierte, um ein Gespür für die Musikepochen zu bekommen. Das ist sehr spannend – wie eine Zeitreise. Ansonsten kann man im Internet immer sehr viel erfahren oder es gibt Musiklexika, wie das MGG für Musikgeschichte und Gegenwart und den „New Grove“. Beides sind Lexika, mit denen Studenten arbeiten, die an Musikhochschulen studieren.

Wann kann man Sie denn auf der Musikwoche in Hitzacker spielen hören?

Es gibt einen Konzertabend mit den großen Mitspielern Vittoria Ghielmi an der Gambe und Luca Pianca an der Laute. Das ist ein Triokonzert am 23. Februar.

Gibt es im Anschluss an das Konzert eine Möglichkeit, Sie als Künstlerin kennenzulernen, zum Beispiel im Rahmen einer Autogrammstunde?

Ja, mit Sicherheit, das lässt sich einrichten.

Ich bedanke mich. Ich habe mich sehr über das ausführliche Gespräch gefreut.

Ja, ich mich auch. Wir sehen uns dann am 23. Februar.

Ein Ausschnitt des Interviews wurde bereits in der Ausgabe 1/2014 des Wipperau‐Kuriers, Rubrik Kunst & Kultur, am 5. Februar veröffentlicht.

TViCh24 // Deine Tube treibt mich in den Wahnsinn!

TViCh24

Deine Tube treibt mich in den Wahnsinn!

Es war kein Badezimmerstreit um das Ausquetschen einer Zahnpastatube entbrannt. Dies ist lediglich eine eigensinnige Revolte, und zugleich eine Hommage an OpenSource („öffentliche Quellen“) das Internet transparenter zu machen. Noch ist es kein Muss.
Ich lade nun alle Video-Lieblinge und andere Portal-Verantwortliche herzlich dazu ein, die Namenskonvention meiner „selbstbeschreibenden“ Playlisten zu übernehmen, um den „in-die-Röhre-glotzenden“ Zuschauern eine einheitliche digitale Fussnote zu verpassen.
Ziel ist es, ohne genauen Einblick in die individuelle Playlist zu geben oder Einfluss auf den individuellen Geschmack zu nehmen, eine erkennbare Programmvorschau zu schaffen. Selbst Öffentlich-rechtliche und Private Fernsehanstalten würden da keinen Unterschied machen.
Ziel darf es nicht sein, den Urheber in irgendeiner Weise zu schaden oder mit den einschlägigen Geschäfts- und Nutzungsbedingungen zu brechen. Ich beabsichtige auch dem „Public-Value“-Frust oder dem „Autoplay“ ein sanftes, aber ein für allemal, Ende zu bereiten. Dies ist ein Muss.

Mit freundlichen Grüßen
Jens T. Hinrichs