Welle 2.0 / User-Wordschatz / autofart

Welle 2.0 User-Wordschatz

autofart

VERB. Wellish. Abgeleitet von Autofahren und furzen. Schlechte Abgaswerte für autonome Fahrsysteme. Von auto und to fart. recorded: Mittwoch, 25. Januar 2017, 21:56 Uhr

Die Straße der Autopiloten // Mensch ohne Rückgrat

Geschichten vom Herrn Hinrichs

Die Straße der Autopiloten // Mensch ohne Rückgrat

von Johann Gottstein

Ein Mann mit gekrümmten Rückgrat zuckt. Zuvor starrte er auf sein Smartphone, das im <spann> seiner Schuhe eingebettet ist. Er stoppt vor einem Laternenpfahl. Ist das nicht Herr H., der so Gott sei dank, die neue Argus III von seinem Appotheker aufgesetzt hatte, die man früher nicht einmal als pseudo-psychosomatisches Placebo auf Rezept bekommen hätte. Schon immer, hätten sich nur wenige als pathologische Internetsüchtige auf Wunderlist geoutet und daraufhin Appführmittel verschrieben bekommen. „Noch seien sie noch nicht so appgesteuert“, hört man wieder und wieder. Der Kanon ist sich einig.
Das dritte Auge sendet ihm neuerdings elektrische Impulse an den Frontallappen-Prozessor von Appel, der mit photooptischen WLAN-Implantaten kompatibel ist. Nerds bekennen sich zur Omnipotenz. Nur Nostalgiker lassen sich noch foto-optische Linsen direkt zwischen die Augen piercen und wollen blitzen wie eine Lichtorgel. Jede Linse ist heutzutage mit Uber-Map ausgestattet und erfasst jedes Hindernis, um den Homo Android Erectus rechtzeitig zu warnen.
Die Siebten Sinne erfassen sogar jedes Tinderherz in der Nähe des Arbeitsorts und ubersenden künftig eTickets für eine autorisierte Pendlerbewegung, direkt an das übernächste „Here“-Bitte-Einsteigen von A wie Alphabet nach B wie Big Brother. Beide empfehlen, man dürfe sich nicht mehr ohne freie Daten bewegen. Gut, dass „gerade“ Forscher Schuhen von Zalando erst noch Autonomes Gehen beibringen müssen, damit Homo Android Erectus nicht selbst um das Hindernis navigieren muss. Ampelanlagen braucht drahtlose B(e)reitband-Infrastruktur dann nicht mehr. Laternen kann man mit einer virtuellen Umgebung eliminieren. „Somit auch die Erleuchtung, dass wer blind ist, nicht unbedingt blind geboren sein muss.“, diktiert Herr H. seinem digitalen „to-live-on-aid-and-like“-Assistenten.

Welle 2.0 / User-Wordschatz / Tablet-Sucht

Welle 2.0 User-Wordschatz

Tablet-Sucht

Der Nutzer ist süchtig nach seinem Tablet. Die Sucht macht sich durch übermäßige Handgesten bemerkbar. Schwerwiegende Entzugserscheinung: Der Süchtige gestikuliert und ahmt dabei das Tabsen und Wischen nach, auch wenn ihm bewusst ist, dass er kein Tablet in der Hand hält. Schwerwiegende Verhaltensstörungen innerhalb der pathologischen Internetsucht: Das Tablet wird zum Servieren und als Schneidebrett oder Schlimmeres benutzt, zum Beispiel als Schmink- oder Rasierspiegel.recorded: 7. Januar 2016, 0:33 Uhr

Welle 2.0 / User-Wordschatz / WANsinn

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WANsinn

Die irrsinnige Vorstellung eines vermeintlichen drahtlosen Großraumnetzwerks (Wireless Area Network); die optimale Synergie des WANsinn gipfelt in der depressiven Sinnestäuschung der pathologischen Internetsucht, der Süchtige glaube er könne drahtlose Energie ohne Steckdose beziehen oder „streaming“ ohne stationäre Anlage vollziehen. recorded: 7. Januar 2016, 0:29 Uhr

Welle 2.0 / User-Wordschatz / Klebtomanie

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Klebtomanie

Satyrisch für Kleptomanie, bei der selbst sekundäre Quellen kopiert und die ursprünglichen Werke/Ergebnisse moralisch missbraucht werden. Und um den begangenen (Internet-)Missbrauch zu vertuschen als Urheberrecht ethikettiert (satyrisch abgeleitet von Ethik, nicht vergleichbar mit dem Werb „etikettieren“). Die Klebtomanie kann leicht zur pathologischen Internetsucht werden. Textpassagen aus den verschiedensten fremden Werken werden untrennbar „verklebt“ und als neues Werk bezeichnet. Quellenverweise und indirekte Rede werden mitunter völlig eliminiert. Früheren Autoren wird in keiner Weise Rechnung getragen. Die optimale Verzerrung des Urheberrechts liegt immer im Auge des Proklamierenden. Unternehmensplanspiel: Papierwerke wickelt Urgesteine. Schereholder (Wellish: Teilhaber) schlagen Druckwerke. Urgestein bricht mit Schereholder (engl. Shareholder). recorded: 7. Januar 2016, 0:21 Uhr

Welle 2.0 / User-Wordschatz / Inkogni.to.d

Welle 2.0 User-Wordschatz

Inkogni.to.d

1)Klarnamenmissbrauch und unfreiwillige Verifizierungen mittels Telefonnummer. 2)Der Künstliche Inkogni.to.d ist ein Begriff aus der pathologischen Internetsucht, der im Zuge der zwangsweisen Durchsetzung von moralischen und ethischen Grundsätzen erlaubt ist, sofern diese Therapieform durch Rechtsnorm legitimiert sind.
Die „Terra Inkogni.to“ bildet eine Schattenwelt des Überalls. recorded: 7. Januar 2016, 0:15 Uhr

Welle 2.0 / User-Wordschatz / Flatline

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Flatline

Wellish Grenzwert der Interaktion eines Menschen im Internet tendiert gegen null (klinischer Profilkollaps). Die Verweildauer eines Unique-Visitors liegt nahezu bei null (Höchste Downtime-Rate). Kein Zustand infolge pathologischer Internetsucht bei dem nur noch Delphibrillatoren bzw. Defibrillatoren (Schockgeber: Flat-Rate, Delphi-Apps, „IT“-Clowns, Ice Water Boarding Challenges) helfen. Tendiert der Grenzwert der Interaktion gegen Null, dann ist der Patient zwar „trocken“, aber nicht geheilt. Mitunter ein Zustand, den sich soziale Netzwerke nicht wünschen und immer wieder den Versuch unternehmen, den Patienten bzw. das Profil zu reinkarnieren. recorded: 7. Januar 2016, 0:07 Uhr

Welle 2.0 / User-Wordschatz / Digitalis

Welle 2.0 User-Wordschatz

Digitalis

Eine latente Bezeichnung aus der pathologischen Internetsucht infolge mangelhafter Ernährung oder Bewegung. Der Internetnutzer ist der Digitalisierung oder dem Elektrosmog übermäßig ausgesetzt, sodass keine Antipathiekörper (Sympathien) mehr gebildet werden. Ein Begriff in Anlehnung an die lateinische Bezeichnung für eine Pflanzengattung. recorded: 7. Januar 2016, 0:00 Uhr

Welle 2.0 / User-Wordschatz / thumb blocker

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thumb blocker

Wellish; Satyrisch: passiver Daumen. 1) Das was nicht gemocht wird, darf im Internet schlichtweg nicht gespeichert werden, der Unmut soll in anderer Form ins Internet gelangen und muss an anderer Stelle konkurrieren, um Kontroversen oder Bereinigungen am Ursprung zu vermeiden. 2) pathologische Internetsucht: Eine durch elektronische Mutation bedingte Internet(r)evolution, bei der der aktive Daumen eines Menschen durch seinen Zeigefinger ersetzt wird; dessen Auslöser die Einführung der Computermaus und das Aufkommen des Tablets sind. Der zunehmende Verschleiß des Daumens bewirkt auch eine Meinungsverkalkung, denn die Grenze zwischen den Erkenntnisstufen Kenntnis, Verstehen, Erklären und Anwendung sind fließend. Der Daumen, der dem Homo Sozioöconomicus zu einen gewaltigen Evolutionsvorsprung verhalf, droht diesen Fortschritt zu bagatellisieren. recorded: 6. Januar 2016, 23:11 Uhr