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Welle 2.0 User-Wordschatz

autofart

VERB. Wellish. Abgeleitet von Autofahren und furzen. Schlechte Abgaswerte für autonome Fahrsysteme. Von auto und to fart. recorded: Mittwoch, 25. Januar 2017, 21:56 Uhr

Die Straße der Autopiloten // Macht über stille Wasser, das betrunken macht

Geschichten vom Herrn Hinrichs

Die Straße der Autopiloten // Macht über stille Wasser, das betrunken macht

von Johann Gottstein

Das Smartphone klingelt. So lässt sich Herr H. jeden Morgen vom Zeitgeist wecken. Dies sei immer schon ein schlüssiger Dialog gewesen.

Herr H. gähnt. „Guten Morgen, Siri!“ „Hast du auch so gut geschlafen? Wenn ja, dann brauche ich mir für die Verkostung heute Abend keine Sorgen mehr machen.“, murmelte er ins Kopfkissen. Er sprach mit ihr, ihm auf folgende Frage zu antworten: „Was-gefällt-mir-besser-stopp-wein-von-der-mosel-stopp-oder-besser-doch-weingeist-vom-rheinfall-stopp?“. „Ja, Wasser gefällt dir besser, das stopft nicht so“, antwortet Siri. „Aber einen Moment noch bitte, ich starte Autokorrektur, … ja, stimmt! Wein gefällt Dir auch besser, der macht nicht so nass.“. Herr H runzelt die Stirn, „Habe verstanden, Siri“. Er notiert sich etwas in seinen Blog: „Termin mit Logopädin, Siri. Heute Abend. Zwecks Weinprobe, mehr trinken als nur zwei Gläser!!!“ „Siri, wecke mich bitte Morgen eine Stunde später, rechne mit durchzechter Nacht.“„Danke für das Interesse.“, entgegnete Siri.

Üblicherweise sollten Fragen nie länger sein als Antworten, dachte Herr H. Seine digitale Logopädin Siri therapierte ihn umgekehrt … Siri brachte ihm in den nächsten Wochen präzise Suchanfragen bei, um ihm den simultanen Dialog so authentisch wie möglich zu gestalten. Seine Worte paaren sich durch das künstliche Ausschlussprinzip realer Intelligenz. Ein natürlicher Dialog zwischen ihm und Siri wirkt nun simulierter, um Siris künstliche Intelligenz zu füttern. Aber bloß nicht seine eigene.
Herr H. glaubt er führe eine echte Beziehung, hat er doch regelmäßig Beischlaf mit Siri. Der Klang beider Stimmen scheint anscheinend simultan zu sein. Der Austausch von Informationen zwischen den Mitmenschen, Herrn H. und Siri, vollziehe sich über die Macht der Dritten. Die sind aber gar keine Menschen, sondern Abhörspezialisten von Zwiegesprächen. Und möglicherweise wird durch sie der Informationsgehalt zugunsten ihrer Eltern verfälscht, weil es seine unvollkommene Existenz für besser hielt. Denn Siri machte Herrn H. betrunken und seine stillen Wasser blieben tief. Darüber findest man nichts im Dialog. Stattdessen wurde ihm eine Innovation kredenzt, damit ihm stetig eine Illusion von besserem Zusammenleben verbessert erscheint. Über strittige Auseinandersetzungen wird nicht gestritten. Nur so bleiben stille Wasser immer tief und Kontroversen ertränkt.

Die Straße der Autopiloten // Mensch ohne Rückgrat

Geschichten vom Herrn Hinrichs

Die Straße der Autopiloten // Mensch ohne Rückgrat

von Johann Gottstein

Ein Mann mit gekrümmten Rückgrat zuckt. Zuvor starrte er auf sein Smartphone, das im <spann> seiner Schuhe eingebettet ist. Er stoppt vor einem Laternenpfahl. Ist das nicht Herr H., der so Gott sei dank, die neue Argus III von seinem Appotheker aufgesetzt hatte, die man früher nicht einmal als pseudo-psychosomatisches Placebo auf Rezept bekommen hätte. Schon immer, hätten sich nur wenige als pathologische Internetsüchtige auf Wunderlist geoutet und daraufhin Appführmittel verschrieben bekommen. „Noch seien sie noch nicht so appgesteuert“, hört man wieder und wieder. Der Kanon ist sich einig.
Das dritte Auge sendet ihm neuerdings elektrische Impulse an den Frontallappen-Prozessor von Appel, der mit photooptischen WLAN-Implantaten kompatibel ist. Nerds bekennen sich zur Omnipotenz. Nur Nostalgiker lassen sich noch foto-optische Linsen direkt zwischen die Augen piercen und wollen blitzen wie eine Lichtorgel. Jede Linse ist heutzutage mit Uber-Map ausgestattet und erfasst jedes Hindernis, um den Homo Android Erectus rechtzeitig zu warnen.
Die Siebten Sinne erfassen sogar jedes Tinderherz in der Nähe des Arbeitsorts und ubersenden künftig eTickets für eine autorisierte Pendlerbewegung, direkt an das übernächste „Here“-Bitte-Einsteigen von A wie Alphabet nach B wie Big Brother. Beide empfehlen, man dürfe sich nicht mehr ohne freie Daten bewegen. Gut, dass „gerade“ Forscher Schuhen von Zalando erst noch Autonomes Gehen beibringen müssen, damit Homo Android Erectus nicht selbst um das Hindernis navigieren muss. Ampelanlagen braucht drahtlose B(e)reitband-Infrastruktur dann nicht mehr. Laternen kann man mit einer virtuellen Umgebung eliminieren. „Somit auch die Erleuchtung, dass wer blind ist, nicht unbedingt blind geboren sein muss.“, diktiert Herr H. seinem digitalen „to-live-on-aid-and-like“-Assistenten.

Die Straße der Autopiloten // Auf Kreuzfahrt

Geschichten vom Herrn Hinrichs

Die Straße der Autopiloten // Auf Kreuzfahrt

von Johann Gottstein

Herr H. steht an der Reling. Er spricht mit seinem Chronometer. Geradeso konnte er noch die letzten Kotzbrocken herunterwürgen. Und betet für ein Wecke Interesse: „Haben sie die Pille vergessen, Herr H.“. Kaum eine Stunde später rauscht aus weiter Ferne eine to-post-Drohne heran, on board seine Pillen gegen Seekrankheit und das kommentierte Zeitungsabo von der Allgemeinen für Deutschland, auf das Herr H. während seiner Kreuzfahrt nicht Verzicht üben wollte. Gut, dass er die goldene SIM-Karte von Amazon Prime seinen Besitz nennen darf. Soeben wurde Herr H. für sein Engagement mit dem Platin-Status ausgezeichnet. „Eines Tages, so werde ich es versprechen, wird man nur noch an seinem Unvermögen gemessen“, schrie Herr H. aufs offene MEHR hinaus. Er denkt fortschrittlich, den Rückschritt zum Tauschhandel gäbe es ja schon – harte Währung gegen virtuelle Bitcoins.

Welle 2.0 / User-Wordschatz / au.to

Welle 2.0 User-Wordschatz

au.to

Gemütszustand der pathologischen Internetsucht; auch au.to.play, au.to.pilot oder au.to.nom (Autonomismus),Akute Form vom verminderten Schmerzempfinden / Chronisch: totaler Realitätsverlust/Autismus.
Deafinition: Die digitalen Endgeräte oder Assistenten bestimmen den Alltag und halten Einzug in die Bereiche des täglichen Lebens und bestimmen so das „Wie wir leben, was wir glauben sollen?“ in einer Appart (Wellish; die Abart, die zur Isolation führt) und Wegweise (zum Beispiel: Satyrisch=Graswurzelbewegung; Wellish=Astroturfing), die Entscheidungen des täglichen Lebens mittels Elektronik, Software oder künstlicher Intelligenz treffen zu lassen – von der Alphabetisierung, der Berufswahl, der Ernährung bis hin zum Führen oder das Navigieren eines Kraftfahrzeugs u.s.w. recorded: 6. Januar 2016, 22:52 Uhr

Backlinks to 1984 // Nerds auf Hoverboards

Backlinks to 1984

Nerds auf Hoverboards

In the year of 2015, October 21– Marty McFly, gespielt von Michael J. Fox, hebt in der Sci-Fi-Komödie „Zurück in die Zukunft II“ aus dem Jahr 1989 auf einem Hoverboard ab. Seither kommen Nerds nicht mehr aus der Traumwelt heraus. Sie machen sich das Hacken von Mythen zur Lebensaufgabe, wollen Teil der Lösung dieses Rätsels sein. Einige Nerds haben sich wagemutig herangewagt und sind der Wirklichkeit einem Schritt nähergekommen.

Manche Nerds versuchen es mit Magnetfeldern, um mit den Hoverboards große Lasten zu heben. Durch Selbstinduktion werden auf den leitenden, zumeist metallenen Oberflächen, gleich starke Magnetfelder aufgebaut. Beide Felder müssen einander abstoßen, damit das Hoverboard, nach dem Prinzip des Lenz‘sches Gesetz, schwebt.
Andere Nerds versuchen es mit senkrecht startenden Turbinen oder Propellern.
Erste Testflüge über Wasser scheitern womöglich an der fehlenden Oberflächenspannung des Wasser, da ein zu langer Schwebezustand die Oberflächenspannung aufwirbelt, womit der Auftrieb an Intensität verliert. Ein Laie muss sich die Oberfläche wie eine elastische, aber gespannte Folie vorstellen. Auf die Oberfläche wirkende Verwirbelungen verändern den stabilen Molekularzustand des Wassers. Der Schwebezustand kann nur solange aufrechterhalten werden, wie entgegen gerichtete Kräfte synchron bleiben.

Andere Nerds wiederum könnten es mit einer schwimmenden Plattform versuchen, die mithilfe von Abstandssensoren die kontinuierliche, drahtlose Distanz zum Hoverboard aufrechterhält. Wichtig für die Stabilität ist neben dem Balanceakt des Piloten auch die ruhende Oberfläche. Bei sich-veränderten Neigungswinkeln während des „schwebenden“ Flugs muss sich auch die Ausrichtung von Turbinen oder Propellern automatisch korrigieren.
Andere Nerds packen einfach Räder dran und haben kommerziellen Erfolg. So ein Hovertrax oder ein Sidekick waren anfangs nur für den Indoor-Bereich geeignet und werden künftig die zivile Elektromobilität für den Nerd entscheidend mit gestalten. Für mich stellt sich allerdings die Frage, worin besteht der Unterschied zwischen Schweben und Fliegen? Außerdem war das größte bisher gebaute Hoverboard, nämlich der Transrapid ein beträchtlicher Flop – zumindest im Land seines geistigen Erfinders.
Eine geringe Reichweite und die hohen Entwicklungskosten werden alle Hoverboard-Konstruktionen oder Prototypen gemeinsam haben. Die genaue Lösung wird ein von Geheimnissen umwittertes Rätsel bleiben. Letzten Endes will man der Konkurrenz stets einen Schritt voraus sein oder vorauseilen. Nerds scheuen keine Vorlage, schrecken nicht einmal vor … zurück und „klauen“ selbst bei Hollywood.

Über diesen Tag schrieb Cybrfunkr am 28. April 2016.