Furcht und Elend in Europa in schrecklicher Tradition // Urinstinkte

Postings gegen das Vergessen

Urinstinkte

Aus dem Beige Book „365 Tage mehr oder weniger Jahre Furcht und Elend in Europa in schrecklicher Tradition“

von Cyberfunkr und Jens T. Hinrichs

Mattscheibe, 27. April 2016
Auf der Mattscheibe sitzen sie in der ersten Reihe.
Zur Show _estellt, die Auslese der Rechtspopulisten aller versprengten Szenen.
Das ist ein Muss, sich dass zuzutrauen, keine Gehabe, keine Wonne ist.
Nur müßig sein, darf man nicht.

Pöbel vor der Mattscheibe lacht innerlich. Den sieht man nicht.
Verlängerter Arm des Pöbels am anderen Ufer tut es auch.
Hunde, die bellen, lassen andere zubeißen.
Worte einfach verdreht, schmutzig macht man sich so nicht.
Die Differenzierung zur Apartheid verdammt.

Der Skorpion getragen, vom schlauen Fuchs huckepack genommen,
ihn nur kurz erträgt, um an das ausufernde Publikum zu gelangen.
Letzten Ende ertrinken beide sowieso.
Der Fuchs erlag seinem Mangel an Intellekt, weil er seinem Verstand selbst nicht traute.

Der Skorpion verdankt den Tod seinem Instinkt.
Der Pöbel braucht den Fuchs nicht, da er ihn eh‘ nicht versteht.
Der Pöbel braucht den Skorpion nicht, da er ihm unterlägen wär‘.
Umkehrschluss nur für den Skorpion nicht anwendbar.

Verfolgung nichts Persönliches, sondern pure Institution.
Zur Diskriminierung nur Statistiken und Umfragen heranziehen muss.
Zahlen kann man mit Zahlen widerlegen.
Menschen mit Aktenbergen erschlagen.
Menschenverstand ist nicht Trumpf genug.
Die Entwürdigung tut der Bürokratie gut.
Über Aktenberge vorausschauen müssen,

um dem Verdruss nicht die Grenzen zu öffnen.

Intelligenz wird mit Instinkten kontaminiert.
Aus dem Magenknurren heraus gedacht, mit Bewusstsein, erst Kontroversen fackeln.
Um der Demokratie in die Arteria maxima zu stechen.
Krampfadern schmerzen schon lange nicht mehr.

Den satirischen Katastrophen unlängst die Archilles-Verse gebrochen.

Den Menschenverstand so zu misstrauen, alles andere als klug sein kann.
Wer Minderheiten die Verantwortung für Integration zuschreibt,
hätte die sozialpolitische Bühne eigentlich hassen müssen.

Zahlenfetische sind faschistisch

und argumentieren nicht sachlich,
sondern fuchteln gern mit Umfragen,
diskriminieren mit herunter gebrochenen Zahlen.
Antidiskriminierung kein guter Grund mehr ist.

Statistische Größen nun auf den kleinsten Nenner gebracht.
Gegen instrumentalisierte Diskriminierung man Größe beweisen muss.
Über solche soziale Intelligenz verfügen Zahlenfetische aber nicht.
Ein Kontinuum von Kriminalisierung hinter kontinuierlicher Diskriminierung verborgen ward.
Zwischen Sätzen und Phrasen verschachtelt,

die das Lektorat nicht überstanden hätte,

wenn es nicht gewolltes Opfertier der Propaganda wäre.

Buchstaben in Schwarz–Weiß–Rot auf Buchdeckeln gepinselt.
Wär‘ ein Hakenkreuz auf korrektem Hintergrund nicht „political incorrect“ genug.
Anschließend in Bibliotheken verklappt.
Ethikkettierung genauso, auf sozialpolitische Bühnen schleichen.
So der Propaganda-Akt zum heiligen Gral erklärt.
Unterdessen Presse hinter den Kulissen … (,)verdammt!

Selbst dann, wenn bellende Hunde einen Maulkorb bekämen,
hätte der Pöbel immer noch scharfe Zähne.

Naun, 28. April 2016
Ein RAP gegen Rechts, man staunt.
Solche Klänge und Schelten haben unter dem Pöbel keine Zuhörer.
Mit Musik keine Köpfe gerade rückt.
Musik kann die Welt nicht verändern.
Sie macht die Langeweile in Gezeiten der Ohnmacht nur erträglicher.
Alles Schlechte, nur mit mehr Genuss.

Von Weckrufe und zeitweiligen Wenden kriegt man nie genug „Gefällt, mir!“.
Geben der Wende eine neue Blende.
Volksruf vermag alles verfremden, nur nicht alle verblenden.
Vor unseren Augen spielt aber immer noch derselbe Film.

Aufrichtigkeit und Aufklärung,
ein Offenbare–Dich–Unser zelebrieren muss.
RAP mit Verdruss in Hochzeiten beklatschen,

während Bürger-Rechte und Hyper-Linke sich paaren

und zur neuen Tönen swinge(r)n.
Was geht ab, wenn das mal gutgeht?

Hoffentlich, nix als Sprüche auf Vinyl.
Tschüß, du öde Welt, RAP wir_t, Rapper wird dich p_mpern.

Furcht und Elend in Europa in schrecklicher Tradition // Zufluchten

Postings gegen das Vergessen

Zufluchten

Aus dem Beige Book „365 Tage mehr oder weniger Jahre Furcht und Elend in Europa in schrecklicher Tradition“

von Cyberfunkr und Jens T. Hinrichs

Tagwerk, 24. April 2016

Einst Heim-ins-Reich-Geholte arrangieren sich.
Die Ohnmacht in der Regierung angekommen ist.
Den Bürger-Rechten in Europa das mehr als willkommen ist.
Der Pfad zur dunklen Seite ward nie verlassen.
Zu schön sind finstere Tage, um in Dunkelheit zu sein.
So dreist zu sein, um von Dunkelheit erleuchtet zu werden.
Europa auf der Überholspur, Bürger bitte rechts halten.
Herauswinken tut man euch eh‘ nicht.
Wehe dem, der vehement zuwinkt.

Tagwerk, 26. April 2016

Bürger-Rechtsvertreter suchen neuerdings Zuflucht bei der Polizei.
Vermutungen mit freundlichen Grüssen, wie diese, erst recht von der Lügenpresse stammen müssen.
Innendienst das Einfallstor für Gestapo-Methoden sein muss.
Dem Fremdenhass keine neue Plattformen feilgeboten werden müssen,
da man nur die Ordnungsklöster zur Ader lassen muss.
Einfältigkeit ist auch konsequent.
Was tun sie da bloß, wenn nicht,
den Rassismus vor Diskriminierung schützen?

Tatorte, 27. April 2016

66 Tage sind seit dem Volksruf von Clausnitz vergangen.
Eine Blamage, die viele nicht mehr hören wollen.
Neue Führer verteidigen die Busblockade als Demonstration.
Lippenbekenntnis liess lange auf sich warten.
So verlangt es Rechtspopulisten also nach Legitimation.
Nur zu, bitte Lügenpresse, sprich! Es war eine Demonstration, buchstäblich.
Die Wahrheit zwischen den Zeilen verborgen liegt.
War doch die Zuflucht empfindlich durch das Versammlungsrecht gestört.
Die Ausübung der Versammlungsfreiheit maßregelt so etwas nicht.
Grundgesetz schon viele Male besudelt worden ist.
Stattdessen sucht man einfach …
und greift nach Prügelknaben.
Die Mitschuld entblößt, führte die öffentliche Ordnung in Verruf.
Eine Demonstration von Ohnmacht gegen Fremdenfeindlichkeit.
Staat tut fast alles, was notwendig ist, nur mit geringstem Widerstand.
Staat wusste all das, nur nichts von guten Sitten oder Werten.
Demonstration war nur eine Form von Provokation.
„Ach, Knüppel aus dem Sack!“, hätte nur den Schauplatz den Rücken gekehrt und freigehalten.
Stattdessen der kollektiven Freiheitsberaubung die Füße geleckt.
Nicht Busblockaden dieser Tage haben die Würde des Menschen verletzt.
Verfassungslos gerubbelt.
Es war die Ohnmacht, ein Zustand von Starre und Schweigen.
Fremde ausgeliefert wurden, der rechtspopulistischen Tyrannei zu Füßen gelegt.

Randnotiz, 27. April 2016

Schindler‘s Frist nun endgültig abgelaufen.
Nur Machtabwehr, eine List‘ nützt gegen Spionage eh‘ nix.
Schon widerlich, baut man auf vertraute Männer.
Gott sei Dank! V-Leute dürfen ‘s noch nicht sein.

Postings gegen das Vergessen // Algorhythmus / The affron – Thank you for being afraid

Postings gegen das Vergessen // Algorhythmus

The affron – thank you for being afraid

Lyrics from Jens T. Hinrichs

Zapped thru all the channels and make a step back to „1984“ again
his heart was true he‘s a sitepal
but the conspirancy of silence was loud

I‘m not afraid to say
thanks for the satirical compliment
I hope it always will walk this way, other will talk this way
My mind is off, won‘t you upload it and make a comment

And if you write a post
that invited everyone you screws, fear(s) you!
We have the proof that free press is hacked and journalism under siege
You would seek, the Biggest Brother data gift would be from himself
and the X-files attached would say
Thank you for being afraid

If his borders of satire has been hacked
We have got the proof that free press has a lack of integrity
I‘d surely eat his hack or other one‘s whistleblow,
Whatever you noodle and share, the affron call out on defiance
Any timeline of delight on late-night talk
held my mind off, won‘t you upload it and make a recommend.

And with the free press begins to fall the democracy getting older
With stalking frames of minds and hail the grey zone of „1984“
Have no fears for that tears, even though political satire spanking is hard to kill
whilst every Big Brother abroad will stand surely real close and pray
thank you for being afraid.

I want to thank him for being spanked.
And when totality dies and float away
into the cloud, the Bulky Web
Big Brother Turkey will hear me say
„The real affron will be survive the digital obsolescence and keep your promises alive!“
You‘ll seek it there, then once again,
maybe save the date
thanks for spanking the free press.
thanks for slapping the affron.
I want to thank her for being pranked.
Those peeple are buried deeply in my world of lols.

And with the free press begins to fall the democracy getting older
With stalking frames of minds and hail the grey zone of „1984“
Have no fears for that tears, even though political satire spanking is hard to kill
We have the proof that free press is hacked and journalism under siege
Whatever other noodle and share, the affron call out on defiance
I don‘t exceed tolerable borders but direct face-off the policy of confrontation
held you mind off, hope you upload my satirical call out on defiance.
And save the date, some day, once again.

thanks for spanking the free press.
thanks for slapping the affron.
I want to thank her for being pranked.
Thank you for being afraid.

Postings gegen das Vergessen // Anmerkungen zum Nationalsozialismus

Postings gegen das Vergessen

Anmerkungen zum Nationalsozialismus

von Pinocchio G., Don Q. Mancha und Jens T. Hinrichs

Die Bekämpfung des Nationalsozialismus und seine Überwindung hat Europa einst zusammengeschweißt. Die Machtergreifung war die Konsequenz mehrerer Ursachen.
Flüchtlingsströme sind keine unlösbaren Probleme, sondern die Auswirkungen mehrerer Ursachen, unter anderem Krieg und Vertreibung. Die Schlepper sind ein Teil des Problems. Der Islam treibt Flüchtlinge nicht nach Europa, sondern Terrorismus und totalitäre Staaten. Flüchtlinge werden von Hunger und Not angetrieben. Der Wille zu überleben und die Zuversicht, dass ihnen Hilfe zuteil wird und die Selbstbestimmung, auf ihr eigenes Schicksal positiven Einfluss zu nehmen, wird ihnen von Rechtspopulisten verweigert und erschwert durch unnötige Internierung. Wirtschaftliche Interessen sind ein Teil des Problems. Die Humanität ist versperrt. Den Rechtspopulisten steht nur noch der demokratische Kollaps im Weg. Dazu ist ihnen selbst die direkte Demokratie ein willkommenes Rezept.

Die Überführung einer parlamentarischen Demokratie hinzu einer direkten Demokratie würde den verbotenen Parteien und Kräften in unserem Land ein Mandat verschaffen. Rechtspopulisten würden damit die Legitimation erlangen. Das ist wie eine diplomatische Immunität bei Strafverfolgung. Das ist wie eine Amnestie für begangene und künftige Volksverhetzung. Das ist wie die Partizipation an der Demokratie, die sonst keine Wähler oder gewählte Minderheiten finden würde. Das wäre die Politik, die zum Wählerverdruss und zu geringen Wahlbeteiligung führen würde.
Rechtspopulisten würden sich an einer direkten Demokratie nur laben, abseits von der tertiären Gewaltenteilung, insbesondere der Legislative, die damit quasi entmündigt wäre. Selbst wenn Verfassungsbeschlüsse gefasst würden, wären Rechtspopulisten nicht sehr beeindruckt. Eine direkte Demokratie ist verlockend, aber langsam. Politikfelder sind nur
schwer auszumachen. Die Facetten, der ihr zugrunde gelegten Ergebnisse und Erhebungen sind nur schwer nachvollziehbar. Die Feinabstimmungen würden in einem Debakel und nicht in einer Debatte enden.

Eine direkte Demokratie funktioniert nur mit Demokraten, nicht mit Rechtspopulisten. Rechtspopulisten haben mit Demokratie nichts am Hut, das ist das fatale daran.

Es wäre geradezu töricht, den Rechtspopulisten glauben zu schenken, denn ihr Denken und Handeln glaubwürdig ist. Ihr Denken und Handel ist total-elitär ausgerichtet, daher sind sie auch nicht tauglich, für die Masse die Regierungsgeschäfte zu führen und aus diesem Grund sind Rechtspopulisten auch keine Demokraten.

Republikaner behaupten auch, das sie demokratisch sind, sich aber aus gutem Grund nicht Demokraten nennen. Das ist eine nur schwer zu ertragene Tatsache. Oder wollen wir in einer parlamentarischen Demokratie mit sozialer Marktwirtschaft und Rechtsstaatlichkeit künftigen Wahlmännern und -frauen die Entscheidung darüber überlassen, wer mit der künftigen Regierungsbildung beauftragt werden soll. Die Demokratie darf dieses Risiko nicht verantworten.
Wir vermissen eine europaweite Entnazifizierungsstrategie, die die Entwicklungsstadien und Erscheinungsformen als verfassungswidrig ächtet. Das Ergebnis könnte Europa wieder zusammenschweißen und die radikale Spreu vom demokratischen Weizen trennen. Demokraten müssen das Risiko eingehen, auch auf die Gefahr hin, dass es Europa endgültig entzweit. Es wäre sozusagen eine gestellte Vertrauensfrage an die Demokratie und die Legitimation der Europäischen Union.
Wir sind uns der Verantwortung bewusst, dass wir mit Argumenten überzeugen müssen und nicht, indem wir mit dem Finger auf die vermeintlichen Sündenböcke zeigen. Und uns nicht der propagandistischen Mittel bedienen, die derzeit in rechtspopulistischen Bildkampagnen im Internet zutage treten. Rechtspopulismus verbreitet sich wie Pornografie im Internet – unverschlüsselt, ungefiltert, erreichbar über jede Bild-Suchmaschine.

Die Internetlinguistik und die „Kommentare“ in sozialen Netzwerken dürfen sich nicht um weitere Unwörter erweitern. Keiner schreitet gegen „Google-Bomben“ ein, die sich plakativ, einzig und allein, gegen die CDU als Volkspartei richten. Schon bei der nächsten Suchanfrage könnte es eine andere Partei sein.
Wer behauptet, eine ganz bestimmte demokratische Partei zu wählen, sei ein Verbrechen, der gehört dem „kriminalen Staat“ zugeführt. Die Löschungen müssen über die Anstrengungen in sozialen Netzwerken hinausreichen. Eine Bombenentschärfung ist keine Zensur, sondern rettet die Demokratie.

Man muss den Quellen auf die Schliche kommen und nicht die Auswirkungen löschen. Und wer diese Auswirkungen fürchtet, der sollte nicht alle Kommentare zulassen. Es wäre legitim und hilfreich „Kommentare“ stehen zu lassen und zu tracken oder URLs und Profile zu deaktivieren. Die Verschleierungen einer IP-Adresse ist kein Hindernis.

Die kollektive Löschung in sozialen Netzwerken darf nicht mit dem individuellem Recht aufs Vergessen vermischt werden. Ein Recht aufs Vergessen haben diejenigen verwirkt, die Cyberhetze im Netz betreiben. Ein Recht auf Vergessen dürfen diejenigen wieder beanspruchen, die resozialisiert sind.
Darüber hinaus erkennt man Rechtspopulisten daran, dass sie zu sehr über Islamisierung sprechen und weniger über Muslime. Das Problem sind auch nicht zu wenige Christen. Die Probleme sind zuviel Abendland-Idylle und die Parole „Was früher gut war, ist auch heute nicht verkehrt“: Brücken- und Wegezölle, Faustrecht, Fehden und Selbstjustiz, Großmütterchen mit Kopftuch bei der Kartoffelernte, Hexenverbrennung, Kinderarbeit im Kohleabbau, Kollonialherrschaft, Kreuzzüge, Lehnherrschaft, öffentliche Läuterungen und Hinrichtungen, Oberbefehl über Monarchie und Aristokraten, Pestilenz, Pranger, Prügelstrafe, Raubrittertum, Schauprozesse, Tauschhandel u.v.m – für alle wünschenswert, die selbst nicht das Opfer sind. Dagegen wären nur Eliten gefeit. Deshalb darf man Rechtspopulisten auch nicht die Demokratie überlassen.

Niemand kann sich in einer Abendland-Idylle sicher fühlen, schon heute sind es: Sozialdemokraten, CDU, Journalisten, Verfassungsgerichte, Staatenlose und Flüchtlinge. Wollen wir darauf warten, dass es noch mehr werden.
Das Resultat auf die Rückbesinnung zu den Wurzeln einer Abendland-Idylle gleicht eher den Vorstellungen an einen Gottesstaat und der Scharia. Die westliche Zivilisation war über all diese Dinge hinweg. Warum ist dieser Rückweg nicht ausgeschlossen?

Sehr wahrscheinlich liegt es an der dauerhaften Konservierung alter Lebensgewohnheiten, der Analphabetisierung und der abstrusen Vorstellung, man müsse sein Land von der Außenwelt und seinen Umwelteinflüssen abschotten. Damit dies gelingt, werden Hinweise auf frühere Zivilisationen und Geschichtsepochen eliminiert und das Überlebensbewusstsein des selbstbestimmten Menschen gebrochen. Das gesellschaftliche Zusammenleben formiert sich zu einer Doktrin, die in alle politischen Bereiche und zivilen Lebensräume eingreift. Rechtspopulisten haben mit dem IS eine Gemeinsamkeit: Sie bedienen sich derselben Dynamik, nur sie können ihre Absichten besser verbergen. Die Propaganda ist eine Waffe, der radikale Mob ihre Scharia.
Je länger diese Missstände vorherrschen, desto weniger wird es selbstbestimmte Menschen geben, die noch den Mut haben, sich dagegen zu erheben. Aber was könnte ein Mensch denn schon vermissen, außer diese Tatsache und damit die Erkenntnis, das da etwas faul ist. Und damit ist die verlorene Zivilgesellschaft und der unterdrückte Mensch wieder auf Hilfe von Außen angewiesen. Die Eingreifer kann nur hoffen, dass seine Intervention nicht in einem ähnlichen humanitären Katastrophe endet, die sich zurzeit an Europas Grenzen abspielt. Man stelle sich mal vor, was geschieht, wenn diese Dynamik ein weltweites Bewusstsein entwickelt. Nichts.

„Good knit, and good link.“

Postings gegen das Vergessen // Anmerkungen zum Nationalsozialismus

Postings gegen das Vergessen

Anmerkungen zum Nationalsozialismus

von Pinocchio G., Don Q. Mancha und Jens T. Hinrichs

Wer sagt, Deutschland könne x-Prozent und mehr Rechtspopulismus verkraften, der hat schlichtweg die Gefahr aus der Weimarer Republik aus seinem Gedächtnis gelöscht. Das könnte auch weiterhin gelingen, wenn es Rechtspopulisten gelingt, die Mehrheit der Kulturministerkonferenz zu beeinflussen, um die Schreibung der Geschichtsbücher reglementieren zu können. Ein Angriff auf kulturelle Grundwerte. Die Infiltration der aufgeklärten Zivilgesellschaft über ein vermeintlich unbedeutendes Politikfeld und Ministerium. Ein Angriff durch gewollte Kollaboration mit rechtspopulistischen Verlagen. Am Ende wird nur noch das gelehrt, was ins das „ungeschriebene“ Parteiprogramm hineingehört oder für die Ideologie ein Zugewinn ist.
Eine förderale Demokratie benötigt keine kreationistische Bildungsoffensive. Die Demokratie legt die Rahmenbedingungen fest und eliminiert keine Bildungsinhalte. Die kreationistische Bildungsoffensive dient einzig und allein dazu, die abendländische Weltanschauungen zu nähren, die sich die Gesellschaft bereits entledigt hatte – aus guten Gründen.
Die Demokratie hat die Pflicht zu verhindern, dass sich dunkle Kapitel der Geschichte wiederholen, die mit kreationistischen Bildungsoffensiven ausradiert werden sollen. Und im Kleinen vergleichbar sind mit den Zerstörungen von Kulturgütern im Nahen Osten.
In diesem Punkt wird deutlich, dass sich Rechtspopulisten ungeniert den Methoden ihrer Erzfeinde bedienen, wenn es der Stärkung ihrer (Op)position dienlich ist.
Der Geschichtsunterricht muss daher nicht besser „schmecken“ und Medien auch nicht „bekömmlicher“ werden. Man braucht keine innerparteilichen Kommissionen für konservierte Fragestellungen einberufen. Ziel solcher rechtspopulistischen Konstellationen ist nicht der diplomatische Konsens oder nicht die demokratische Schnittmenge, sondern die Diktatur über die parlamentarische Opposition.

Greifen diese Bemühungen mit dem Aktionismus für ein freieres Deutschland, der rechtspopulistischen NGO schlechthin, ineinander, die sich durch adaptive Parolen „Wir sind das Volk“ bemerkbar macht, könnte das Resultat ein Putschversuch sein.

Selbst wenn dieser Geniestreich missglückt, darf die Diktatur über die parlamentarische Opposition nicht überleben. Sie hat den Stempel für die Demokratie einfach nicht verdient.

Überlässt man den Rechtspopulisten Spielraum und Zeit wird man die Demokratie nie wieder reinigen können. Eine Rückkehr zur sozialen Marktwirtschaft und der tertiären Rechtsstaatlichkeit ist dann nicht mehr möglich. Einen Schuldschein darüber gibt es nicht und einen sanften Wechsel kann man dann nicht mehr vollziehen.
Das Finale einer rechtspopulistischen Domäne in Europa könnte genauso vollzogen werden, wie der Versuch der Terroristen im Nahen Osten. Es gleicht sich wie ein Osterei dem anderen Osterei. Nicht mehr und nicht weniger.
Die parlamentarische Auseinandersetzung mit den Rechtspopulisten muss damit beginnen, dass man wieder über die Werte der Demokratie spricht und nicht um politische Werte feilscht, die offensichtlich gegen schwache Individuen gerichtet sind. Nicht damit beginnt über jahrzehntelangen Konsens in Europa zu streiten, um ihn in wenigen Monaten im Keim zu ersticken. Der Zugewinn Europas ist das Zusammenspiel einer Werte orientierten Gemeinschaft und nicht, im Austausch für nationalistische Interessen eine hohe Umlage zu erpressen.
Der Mob glaubt noch, dass eine rechtspopulistische Haltung für eine Demokratie erträglich wäre. Unerträglich ist schon jetzt, der grob fahrlässige Umgang mit ihrem Wahlrecht. Die Auswirkungen sind nicht umkehrbar, wie ein Verkehrsmittel, über das man die Kontrolle verliert und auf ein Hindernis zusteuert und nur daran zerschellen kann. Dem Rechtspopulismus kann man in einer Demokratie jedoch nicht gegensteuern. Rechtspopulismus lässt sich nicht durch Demokratie ausbremsen und ist deshalb auch nicht demokratisch und schon gar nicht solidarisch.
Die Rechtspopulisten unterschlagen dabei jedoch (gern), dass sie den Mob instrumentalisieren. Gerade deshalb distanzieren, sie sich jederzeit von den Hardlinern, obwohl sie einer Meinung sind. Das ist eine Tatsache, die keiner weiteren Analyse bedarf.
Genauso wenig ist es erforderlich auf die Rechtspopulisten zuzugehen, um sie in ihren Überzeugungen zu überprüfen und es der Zeit zu überlassen, dass Rechtspopulisten den Beweis antreten (müssten) oder den Beweis zu liefern (hätten), dass sie gemäßigte Ansichten haben. Rechtspopulisten maßen sich niemals an, gemäßigt zu sein, das ist nicht ihre Natur. Sie betonen gerne ihre zwielichtigen Absichten – und etikettieren, stigmatisieren adaptive und zweischneidige Parolen oder ihre politisch-inkorrekten Statements als etwas Gutes. Das ist nicht der Fall, es ist wider ihre Natur, wie ein Skorpion, der das andere Ufer erreichen will, weil er den schlauen Fuchs überlisten will.
Die Demokratie ist in dieser Position sehr blind.
Man kann nur Menschen bekehren, die fehlgeleitet sind. Bei Menschen, die sich nicht ändern wollen, ist das vergebene Mühe. Hierbei tritt in der Tat eine pathologische Störung der Demokratie zutage. Man sollte sich deshalb an die Wahlberechtigten wenden und nicht an die Rechtspopulisten.
Ist es nicht geradezu pervers, dass Rechtspopulisten nach wenigen Jahren im Landtag Anspruch auf eine Rente erhalten, die auch von einem Teil der Solidargemeinschaft getragen wird, der keinen Rechtspopulismus duldet oder gar in der Weise legitimieren will, weil sie Rechtspopulismus in keinerlei Maß für eine Demokratie für einen Zugewinn halten.
Das hat nichts mit Gerechtigkeit zu tun und deshalb sind Rechtspopulisten selbstgerecht und nicht demokratisch.
Viele von uns missbilligen doch eine Verschwendung von Steuergeldern, befürworten aber Rechtspopulisten im Parlament. Das verkraftet die Demokratie nicht, nur das die Verschwendung von Steuergelder nicht so ganz ersichtlich wird.
Wenn die Wiederauferstehung des Rechtspopulismus ein Ertrag für die Demokratie sein soll, weil man den Rechtspopulismus erträgt, dann ist die Demokratie schon verwässert und nicht gestärkt, geschweige denn um Demokratie reicher geworden. Ziel des Rechtspopulismus ist die Unterwanderung der Demokratie und nicht, Demokratie mit zu gestalten. Sie wollen demonstrieren und sie werden demonstrieren lassen, selbst wenn sie mit ihrer zwielichtigen Arbeit in den Parlamenten fortfahren.

Wer den Rechtspopulismus in gewissem Maß für eine Demokratie ertragen will, der schwächt die Demokratie nicht nur exakt um dieses Maß, sondern über ein Ausmaß hinaus, das nicht einmal annähernd beziffert werden kann.
Wer glaubt die Demokratie könne Rechtspopulismus in einem gewissen Grad verkraften, hat in demselben Augenblick die Demokratie verraten und die Seele an die Rechtspopulisten verpfändet. Willenserklärungen dieser Art sollte man nicht dadurch unterstützen, nur weil man mit dem derzeitigen Kurs der Demokratie nicht einverstanden ist. Unterstützen sie den rechten Pakt nicht mit ihrer Stimme.
Selbst wenn sich Mitläufer davon lossagen sollten, da sie sich auf ihren guten Menschenverstand besinnen, werden sie zwar Gewissensbisse haben – es wird ihnen vergeben werden. Aber selbst wenn die Schuld dabei so groß wird, sollten Mitläufer die Tatsache nicht leugnen, dass sie daran Anteil hatten.
Und wer genug Mut besitzt, sich dann seiner Scham zu stellen, bereut und öffentlich eingesteht, wird auch wieder für die Demokratie ein Zugewinn sein. Das ist ein schweres Los.
Es bedarf nicht einmal 5-Prozentpunkte Rechtspopulismus, der darauf ausgerichtet ist, die Demokratie in ihren Eckpfeilern zu schwächen, indem sie die parlamentarische Arbeit in andere Blickrichtungen lenkt, insbesondere auf sich selbst und die Demokratie damit den Blick abwendet, von der Ungerechtigkeit in der Welt und auf der Straße. Und damit den Konsens der Demokratie an sich und die Demokratie an sich infrage stellt. Aus diesem Grund wollen Rechtspopulisten gezielt die Eindrücke verstärken, dass Mehrheiten und Koalitionen nicht mehr in Lage sind, die Regierungsgeschäfte zu führen.
Wer Nationalsozialismus in seinen frühen Entwicklungsstadien dadurch billigt und legitimiert, indem man sich einig darüber ist, das eine Demokratie x-Prozentpunkte Rechtspopulismus ertragen könnte; könnte ebenso gut die Gründung einer Neu Kommunistischen Partei Deutschlands ertragen. Sehr wahrscheinlich wird dies nicht einmal gelingen, aber hier tritt der einzige perfide Konsens zwischen Demokraten und Rechtspopulisten zutage. Einen anderen Konsens gibt es nicht.

Würde die Demokratie stillschweigend den perfiden Konsens mit den Rechtspopulisten eingehen, weil die Angst vor dem Kommunismus wahrscheinlich noch umso viel größer ist als die vor dem Nationalsozialismus? Das kommt uns irgendwie bekannt vor, bedauerlicherweise.
Und da es den Ostblock nicht mehr gibt, existiert ja auch keine Bedrohung mehr durch den Kommunismus, also warum nicht auch noch weitere Prozentpunkte an Demokratie an den Kommunismus abtreten – und ertragen, was spricht denn schon dagegen. Auch diese Rückkehr wollen wir so nicht, also wäre es dann auch konsequent, wenn man die NPD verbieten würde.
Das was der Mob aufschnappt, wird die Demokratie nicht neu definieren, sondern einen für Splittergruppen anfälligen Parlamentarismus und Verhältniswahlen kreieren, die einst zur Machtergreifung führten, nur quasi neuzeitlich patentieren. Darin liegt die Heimtücke. Das geschieht bereits vor unser aller Augen, mit Demokratie kann man das nur eine Weile leichter ertragen.
Wer sagt, die Demokratie könnte 30 Prozent und mehr Rechtspopulismus ertragen, der kann auch gut mit einem Ausländeranteil von 30 Prozent leben, der über die doppelte Staatsbürgerschaft verfügt und damit das Wahlrecht besitzt und dann demokratisch wählt. Wer sagt, die Demokratie könnte 30 Prozent Ausländeranteil nicht ertragen, solle auch keine 30 Prozent Rechtspopulismus ertragen und schon gar nicht dazu gehören.
Die Faszination für eine nationalsozialistische Demokratie der Rechten ist vergleichbar mit der Faszination für eine klassische Nationalökonomie der Linken. Diese Faszinationen erschaffen wir, weil wir einfach die Finger nicht davon lassen können, die Lockmittel und Verführungskünste sind einfach zu verlockend. Wie Instinkte, die man nicht kontrollieren kann und so überflüssig, wie überschüssiges Östrogen oder Adrenalin.
Unerträglich ist, dass sich die zeitgenössische Demokratie mit einer parlamentarischen NGO auseinandersetzen muss, die sie selbst erschaffen hat. Durch die Habgier der Finanzwelt, die Machttrunkenheit rechtskonservativer Christdemokraten eines Bundeslandes, paramilitärische Interventionen, die Einflussnahme der Lobbyisten in den Arbeitsmarkt und der Korruption in Europa. Nicht zuletzt auch durch inkonsequente Entnazifizierung in Deutschland durch damalige Alliierte und in seinen Nachbarländern. Deutschland ist in der Tat auf vielen Gebieten Exportweltmeister. Insbesondere der Nationalsozialismus und der Führerkult sind auf weltweiten Nährboden gestoßen, bedauerlicherweise.
Die Einstellung, dass eine Demokratie überhaupt Rechtspopulismus ertragen könnte, ist
genauso naiv, wie die Behauptung, das man Daten unverschlüsselt ins Internet stellen könnte, weil man nichts zu verbergen hat – und sich dabei selbst zur Zielscheibe macht.

„Good knit, and good link.“