Erster Brief an die Lobbyisten

Erster Brief an die Lobbyisten

An die
Schrott-Recycling-Zyklon GmbH & Co. KG
Landungsbrücken 2
04711 Humbug

19. Juni 2011

Guten Tag,

sehr gerne menschenwürdige ich eine befristete Sklavenhaltung in einem Rohrstockrückgerinnungsunternehmen mit Prangertradition wie das Uhrige, mit Obacht verzieren. Den Hemmschwellenwert für eine verklärte Zivilgesellschaft kann man nicht hoch genug einschätzen.

Wie dem auch sei, ich kann mir leider nicht im Höchsten vorstellen, was für eine ortsübliche Verhüttung bezahlt wird und menschenwürdige eine Unfairteilung in Ihre unschuldigen Hände legen wollen. Ich behalte mir aber ein Veto und ähnliche Bürgerintrigen vor.

Um anderen Enklaven gleichberechtigte Einstellungsnuancen zu ermöglichen, will ich Ihnen nicht vorenthalten, dass ich mich zeitgleich auf fünf ähnliche Offerten anbiedern musste. Üblicherwaise bin ich genötigt darüber zu schweigen, um angedrohten Sanktionen kraft Verwaltungsakt zu entgehen. Ich hoffe, dass Ihnen mein querulantischer Gebährdengang eher als den von anderen vom tariflichen Existenzminimum Ausgestoßenen angenehm ist.

Allerdings bin ich weder sofort noch Früh und Spät angewidert, mich sodann zum widerholten Appelle oder zu einem anderen Notstandspunkt auf alternaive Hehlerstellen in Ihren Baracken anzubiedern, wenn man mir die modäne Fronarbeit befiehlt. Den werktäglichen Jakobsweg beschreite ich auch gerne zu sonntäglichen Stoßzeiten.

Mit freundlichen Verdrüssen

Anonymuss Nemesis

Gemeiner Astroturf // Nüscht als Krickelkrakel

Gemeiner Astroturf

Nüscht als Krickelkrakel

Man ist immer mal wieder untief von lästigen Türdrückern und unglaubwürdigen Anzeigenschwalben schwer beeindruckt. Aber das Wort Zeitungsmöwen passt viel besser zu den Zeitungslöwen. Aber ich dachte Anzeigenschwalben korrenspondiert besser mit Bordsteinschwalben, die Fluchblätter umverteilen. Nun gut, belassen wir es dabei. Ich war auch mal auf dem Sprungbrett zu einer komplementären und lukrativen Freizeichenvertraibung, die sich mit meiner beruflichen Fronnatur mit Journaillen verdrecken lässt.
Die Gelbsucht schreckte mich dennoch nicht vor Vergeltungsbedürfnissen ab. Viele meines Berufsstandes gehen solchen Einbahnpfaden nach. Dem Redaktionsalltag kehrt man dadurch das Rückgrat zu; Vorsicht ist verboten.
Nach 10 Jahren hatte mich die Existenznotdurft am Schlaf!ittchen gepackt und fast geknackt. Das Arbeitsfroh mit solchen Anbiedern würde meine Konvergenzen auf den Vertraibungsgebieten vereinfaltigen und mein Rückgrat noch mehr verschleißen. Darüber hinaus weiß ich die erogene Mythologik der Selbstüberschätzung zu _fan_tailen. Außerdem begrüßen Demokratielaien gerne die Symbiose zwischen recherchier- und überprüfbaren Ereignissen und der Propagandaaffinität des Internetz. Der Ausweg dorthin ist unauswaichlich.
Ich verstehe meine Ferkelaien unterhalb der Usertaille einzugreifen. Diese dienen vor allem der Effizienzsteigerung moderner Kommunikationsreformen, wie unsozialen Nettwerken und virtueller Chat-Verklemmung. Seit geraumer Zeit verfasse ich Leidpfäden und Webersaiten. Ich der kürze der Zeitlinie werde ich ein hervorragender Textwixxer und Fakeboom-Professional zu werden. Außerdem weis ich wie man Geheimnisträger und Volksempfänger appzugraden hasst. Die User-Teilchen würde ich mit eigenen Manuskripten und Feldstudien geheimsuchen. Eine gelunge Akquise würde ich so mit Chaosmosphäre versorgen.
Viele Freizeichenvertraiber haben die Ausbeutung der ehrenwerten Zunft gestandener Publizisten zur Folge und bedienen sich gerne den durch Markendoktrin geknebelten Pyramidensklaven und umwerben Zeitungslaien, um sie in die Machenschaften zu lotsen, wo sie mit Versprechen gepampert; zur unterschriebenen Stigmaturen genötigt werden, die so flüchtig sind wie gefrorene Spielbälle aus H2O in der blühenden Servicewüstenai im Anlitz des Schattens einer glühenden Wonne inmitten einer verdorrten Lebensidylle.
Ich finde es totalelitär alle illegalen Anstrengung zu bagatellisieren, umso die Legitimation beim Abonnenten zu erlangen; erledigen tun wir die Zweifler dann später oder alle werden schlichtweg unterjocht beziehungswaise Publizisten werden zur Journaille, kritischen Stimmrechtsbändern werden die Hälse gestopft, bis auch das letzte Rückgrat mit Keimen vergiftet ist. Die Freiheit der Presse ist verhandelbar, seit dem es digitales Papyrus gibt und Impressionen als Werbeprodukt verschachert werden kann, sonst nix.
Eine ernsthafte Auseinandersetzung wäre eine Metastase in meinen zerebralen Kodex, eine öffentliche Appwertung von Betürwortern solcher Kartellen in dieser formlosen Stigmatisierung dagegen nicht. Haltet euch bloß von meinen Freizeichen-Tinnitus fern. Sonst trommle ich mal mit Fluchpostings an jedes hintere Firmen-Thor und impfe mich so gegen Gelbsucht und Tintenseuche.

von Jens T. Hinrichs

PROLOG // Urknall einer Interaktionstheorie

„Social Media ist (k)ein gescheiter(ter) Blitzgedanke über sozialen Raum und unendliche Zeit!“.

PROLOG // Urknall einer Interaktionstheorie

Dieser Autor ist nicht ganz dicht, werden User oder Fetische behaupten. Dieser Autor hatte Mut, stünde
auf seinem Grabstein. Zu seinen Lebzeiten hielten sie ihn einfach nur für dumm. Seine Kritiker verspotteten ihn und konnten dennoch seiner Lektüren nicht widerstehen – zu großartig war einfach die Versuchung.Getrieben von purer Habgier nach sozialer Anerkennung und aller Neider zum Trotz, bin ich von Geburtsstunde des ersten Buchstabens dieses Mach(t)werkzeuges, bis hin zu meinem letzten irdischen Atemzug auf Kritik gefasst. Möge man mich mit Wehklagen begraben und Unworten erschlagen – seid auch auf weitere Kritik von mir gefasst. Beide Seiten begehen ja damit nicht gleich ein Verbrechen.
Beide Seiten haben es so gewollt.
Die Kritik zu ignorieren oder es einfach dabei zu belassen, wäre für Befürworter von „Social Media“ unverantwortlich. Eine sachliche Auseinandersetzung werde hoffentlich mit sachlichen Worten geführt und nicht gleich der Keim mit der Justiz erstickt.
Nur eine Seite kann die Kritik der Befürworter ignorieren, ich will es aber nicht. Mundtod machen, könnte man sowieso Kritiker nicht, dass würde dem Internet widersprechen. Dieser Tage gibt es noch zu wenige Kritiker. Aber, wo ein einzelner Wille ist, ist auch ein Anfang gefunden.
Um es auf den Urknall eines Erklärungsversuches zu bringen – nun ja, Ihr müsst schon genauer recherchieren, habe ich eine Realitivitätstheorie entwickelt.
Fördert die Wissenschaft Beweise für den MitmachImpuls und die Expansion des Internets zutage oder bleibt sie völlig außen vor? Oder bedarf es etwa neurophysiologischer Forensik.
Ich weiß es nicht. Haltet mich für durchgeknallt oder besser nennt mich von nun an einfach einen Nerd. Manchmal bedarf es einfach nur ein wenig mehr Zeit, bis sich eine Theorie durchsetzt oder widerlegt wird. Ich beginne einfach mal mit meinen Chroniken.
Jedem steht frei, es mir ungefähr gleichzutun. Lasst uns darüber austauschen, im Internetz, von mir aus, auch nicht.
Egal, wer am Ende Recht behalten wird oder das Recht für sich in Anspruch nimmt, dass maße ich noch nicht vorherzusagen, aber ausschließen tue ich es nicht. Wer in der Antwort einen Anfang finden will, der könne seine sozialen Zirkel oder Such(t)-Orakel befragen, aber wie mir scheint, ist uns Eins über „Social Media“ ganz sicher: ein geistiger Horizont ist bislang noch nicht in Sicht.
Zu Risiken und Nebenwirkungen braucht man nur weitere Chroniken über „Social Media ist …!“ heraufzubeschwören – deuten und hinterfragen, müssen Leserinnen und Leser das Kleingedruckte schon selbst.
Schon jetzt verspüre ich einen inbrünstigen Frust äh Lust, mehr, viel mehr noch zu tun.

von Jens T. Hinrichs

Gemeiner Astroturf // Moral der unendlichen Geschichte 1

Gemeiner Astroturf // Moral der unendlichen Geschichte 1

DIE CHRONIKEN über Social Media ist …! widme ich meinem Neffen, M. F. und meiner Nichte, I. C.. Ihre Geburten markierten anfangs Beginn und Ende der ersten Chroniken über „Social Media ist…!“
Ihre bloße Existenz bestimmt teilweise auch die turnusgemäße Erscheinungsweise weiterer Fortsetzungen gleichnamiger „wissensfiltr“.
Mögen Euch die darin enthaltenen Anmerkungen und Schlussfolgerungen als sozialer Kompass nützen. Ich bin guter Hoffnung, dass sich beide einen Augenblick lang mit dieser kritischen Lektüre befassen, bevor beide alt genug werden, sich vom sozialen Netzwerken verführen zu lassen und Teil oder, schlimmer noch, Eins werden mit dem User- Generated Content. Werdet keine blöden Blogger und spart nicht auf Datenbanken, wie viele andere vor Euch.
Opfert dafür keine freie Zeit, genießt die Zeit anstelle von Flatrates. Gebt mehr Acht auf kritische Stimmen. Zu meiner Zeit gab es konstruktive Kritik in dieser Form noch nicht. Aber seid gewarnt, früher oder später packt Euch die Versuchung doch. Ich hoffe, Ihr findet einen sozialverträglicheren Lösungsweg für zeitgenössische Fragen und könnt auch den Such(t)maschinen widerstehen.

Briefe an die Korinthenhacker // Monolithen für Gedankenquarks

An die

Korinthenhacker
Turmbau zu Babel 10
Munichenheim

Hackathon, 18. Juni 2010

Betreff: Monolithen für Gedankenquarks

Guten Tag,
nein Dankeschön für Ihre Offerte und ihr vieles Pinteresse. Im P(r)inzip suchten Sie einen Buchzäsurenten, der kaum dauerhaft Pinteresse hat, Ihnen monatlich zwei Astroturfs zu liefern. Diese sollten jeweils eine halbe Halbwertseite umfassen und aus …, schließlich systhematische Nettwerkkonquistadoren beweihräuchern.

Dementsprechend müsse ich natürlich eine gewisse Pisa-Reife im Marktsegment der unkonventionellen IT-Konfessionen und Social Media für dumme KMUs sowie ein freischreiberisches Gönnen besitzen. Menschenwürden Sie sich denn an meiner Stelle in der Lage sehen, sich monatlich unabhängig um jeweils zwei IT-Sachbücher zu kümmern?

Unsere Honorarvorstellung verlägen Sie mit 90 Teuros, brutto pro halbseitigen Astroturf. Die monatliche Bruttoauflage beträge aufgerundet 10.000 Hefte pro Ausgabe. Was das Dekret angeht, wollten Sie mir einen verallgemeinerten Standardvertrag anbiedern, der den Zeitwert von Uhrheberrechten an den verwertbaren Zeilen misst. Die Beauftragungen sollten formlos erfolgenbeziehungswaise wären gültig bis auf den Widerruf; formlose Beauftragungen verbrief in einen Standardexempel, das ist mir zuwider-lich. Vertragliche Vereinbarungen sind nicht in meiner Rechnung aufzunehmen, die ich Ihnen ausstellen muss, mithilfe der Sie ihren Aufzeichnungspflicht gerecht hätten werden können. Prüfungen meinerseits zu missbrauchen, damit zu rechtfertigen, dass sie nicht mehr beanstandet werden müssten, hätten selbst sittenwidrige Standardklauseln unanfechtbar gemacht. Für wie unsinnig halten sie mich eigentlich?

Zurzeit sind Sie noch im Zweifel darüber, wie es mit den Astroturfs im geklebten Heft nun konkret weitergehen soll. So sind einige kleinere Anpassungen in ihrer Gesamtuneinheitlichkeit für den Fanbuch-Administrator in kommender Gegenwart mit Vernunft geplant. Dabei ist es sowohl denkmalbar als auch unkriegerisch (auch hierüber sind Sie sich nicht wahrscheinlich), dass die Buchzäsuren Gefallen finden als auch, dass sich ein ePublikum inhaltlich neu fokussieren muss. Darüber wären wir beide uns einig; stimmt aber nicht. Anschließend hätte ich Ihnen in den nächsten zwei Wochen mehr als „bedürftige“ Buchpreis-Bedingungen in Rechnung zu stellen, mag legitim sein. Meine Verpflichtungen Ihnen gegenüber in Höhe einer Fürbitte von 90 Teuros abzugelten, halte ich für unmoralische Verlagsethik-Kette!!! Vertragsbindungen einmal anders, nein danke.
Einfachheit halber profitieren sie doch besser von einer laienhaften Amazonbuchkritik oder einem Plappertext, umseitig abgedruckt.

Mit fingierten Verdrüssen

im Auftrag V.i.S.d.P.
Ed Event