Furcht und Elend in Europa in schrecklicher Tradition // Der kleine Ausstieg (The little Brexit)

Postings gegen das Vergessen

Der kleine Ausstieg (The little Brexit)

Aus dem Beige Book „365 Tage mehr oder weniger Jahre Furcht und Elend in Europa in schrecklicher Tradition“

von Cybrfunkr und Jens T. Hinrichs

Am 175 Tag des Jahres 2016 klang das politische Echo wie ein Tusch.
BREXIT means BREXIT, so aus ihrem Munde.
Ausstieg bleibt Ausstieg wäre eine Spur zu schwammig übersetzt.

Von Buchstäblichkeit und Konsequenz keine Spur, nur Lunte, gelegt.
Ausstieg bleibt Ausstieg.
Nur Offenbarungseid, nur eine Option, alle Niederlagen in jeden Sieg zu verwandeln.
Die Abkehr sei nun eine Form der Annäherung.
Ein Nein bedeutet JAIN, und nicht, bedeutet nicht, Nichts.
Britische Siege sind also das europäische Patentrezept.

Referendum ist keine Farce.

Ein politischer Bubble Squeeze.
Schmeckt eben noch den meisten Briten in aller Munde.

2 Jahre Schonfrist verordnet.
Währenddessen, Britisch sein oder nicht, das ist hier die Frage.

Damit politisches Unkraut noch eine Inch länger gedeihen kann.
Schmeckt nur der Minderheit unter den Briten.

Der beste Stillstand ist ein guter Patriot.
Selbst das schlechteste Szenario ist immer noch ein schönes Biest.

Der Boris kam vom Nirgendwo und nun schon auf der zweiten Pole-Position.
Boris’s Wonderland of Snobs and Brexit.
Dies Nirgendwo liegt irgendwo in England.
Der Brexit also nur eine Insellösung sein kann.
Eine Robison Crusoe Idylle wächst direkt auf Avalon.

Bodenständigkeit hat nichts mit politischem Verstand zu tun.

Fortan kann nur Gott, das isolierte Königreich vereinen.
Gott ist zwar versöhnlich, verständigt sich nur nicht mit Diplomatie.
Möge er ein Wunder schicken.
Wahrscheinlicher ist da noch die Heiligsprechung.

Möge das rechtspopulistische Atlantis bloß nur an der Nordsee ersticken.
Vorerst noch „Der Große Brexit“ sie zu Kleinbritanien degradiert.
Hausgemachter Bubble Squeeze zwar schmecken kann,
aber eben immer noch die Zunge und den Gaumen verbrennen kann.

Nachhaltige Politik ist Niemandes Stärke in Europa.
Hier und da, „Ein Gib’ mir mehr“.

Und suche nach dem schwarzen Peter und zuletzt war es ein griechisches Ringen.
Vielleicht mögen sich die Verantwortlichen besser mit der Frage „Wie wird man sich einig?“

statt „Wie definiert man Rechte und Pflichten?“ beschäftigen.
Das wäre ein rechter Geschichtsprozess mit Präzedenzcharakter.
Doch Verinnerlichung wäre noch ein wenig zu viel verlangt.

Die Europäische Union eigentlich primär ein Konsens ist,

der bis dato erfolgreich dauerhaften Frieden bewahrte
und totalitäre Strukturen ablösen sollte,
Erkenntnis und Errungenschaften, die mit keiner Währung aufgewogen werden können.
Freizügige flüchten non-stop durch den Eurotunnel.
Doch dieses Hintertürchen nur ein Trostpflaster.
Trostpflaster mit einem politischen Ruck schnell entfernen muss,

wenn es nicht allzu wehtun soll.

Kobalt Lady soll nun Ketten schmieden, härter als Stahl.

Aus Gliedern von einst.
Was in Teilen von Iron Lady vernickelt ward.
Vom Mutterland industrieller Revolution nur noch politisches Dumping übrig bleibt.

Hy-Briten bleiben immer hoffnungsvoll.
Ach, wie wär das schön, so ein ‚Little Britain‘ von hausgemachter Ironie.

Die politischen Reste nun den übrigen EU-Mitgliedern aufzutischen hat.
Die unsichtbaren Ziele, so zahlreich sie sie uns kredenzen werden.
In einem Bubble Squeeze herunterschlingen wird.
Nachgeschmack hält bestimmt bis zum nächsten Notausstieg an.
Bon Aperitif.

Autor: en bloc thesis

Journalist, a.D. (außer Dienst). Ich bin gezeichnet und gleichsam entkräftet, mobilisiere nun meine Kontakte aus alten Tagen. Ich bin immer noch vom Journalismus überzeugt, auch wenn ich selbst nicht viel Glück damit hatte. Womöglich hatte ich mich zu sehr auf meinen Grundsatz “The answer how to question something is whistleblowing. The rest will be killed by free speech.” verlassen und deshalb keinen Stich gelandet. Welch' Ironie des Schicksals.