Dritter Brief an die Lokallisten

Dritter Brief an die Lokallisten

Soziales Netzwerken hat viele Gesichter. In düsteren Zeiten vollzog es sich im blutigen Sand der Arena oder auf dem Marktplatz unter dem Angesicht des öffentlichen Prangers, wo man die Läuterung anderer ertrug. Gnädige verschrieben sich der Gnade, obwohl es ihnen nach dem Tod anderer verlangte. Heute ist das abträglich, es verlangt den Menschen nach mehr Leben und nicht nach noch mehr Qualität. Unterhaltung soll sie ablenken von persönlichen Schicksalsschlägen und dem Unheil in der Welt.
Seien es nun Menschen unserer Tage oder aus damaligen Zeiten: sich eine kurze Langeweile lang abzulenken wurde und wird als schön empfunden – bis uns der Alltag wiederhat.
Aber wir sind noch guter Hoffnung, dass es noch Menschen gibt, die all das weltliche Unrecht auch oder sogar gerade über die Wahltage nicht vergessen haben und denen die Schicksalsschläge anderer nicht gleichgültig sind. Das gilt im übrigen auf für das asoziale Netz. Solche Netze bieten jedem, der sich nicht heraus begibt, reichlich Gelegenheit, sich an anderen Schicksalen zu laben und sich mit Missverständnissen zu verlinken. Dabei ist leider zwischen gemeiner Äußerung und Minderheitengefährdung alles drin. Dass die Würde des Menschen dabei so leicht verletzt werden kann, halte ich für ein Dilemma. „Gefällt mir“ … nicht.
Versuchen Sie es doch bitte stattdessen einmal mit unseren fallgestrickten Szenarios von Furcht und Elend in Europa in schrecklicher Tradition und verlinken Sie darauf, wenn Ihnen das Szenario bekannt vorkommt – ganz ohne Gefahr ist das allerdings nicht! Denn dank anderer Bemühungen wird das eine oder andere Szenario geeignet sein für den Angriff auf die Pressefreiheit; die Kindern ab 3 Jahren und Erwachsenen bis 99 Jahren durch Propagandainstitute aberzogen werden soll.

Mit freundlichem Verdruss
Eve Calendar und Don Q. Mancha

Autor: en bloc thesis

Jens T. Hinrichs, Journalist, a.D. (außer Dienst) und Selbstverlag (dauerhaft geschlossen). Glaube fest an den Grundsatz “The answer how to question something is whistleblowing. The rest will be killed by free speech.”