Gemeiner Astroturf

Gemeiner Astroturf

Brauchen wir wirklich noch ein Buch über Social Media? Ich denke, dieses ja, denn dem Autor geht es in erster Linie nicht, um noch mehr Fakten zum Umgang mit sozialen Medien und sozialen Netzwerken. Obwohl auch diejenigen, die gut recherchierte Fakten und Hintergrundberichte suchen, diese finden.
Mit jeder Menge Such(t)maschinenpotential hat Jens T. Hinrichs das Schicksal der betroffenen Menschen in den Vordergrund gestellt. Menschen, die ohne eigenes Hinzutun den Schutz ihrer Privatsphäre opfern und zudem um ihre zukünftige Identität und Selbstbestimmung fürchten müssen.
Was wissen, was erfahren wir denn überhaupt noch aus dem Internet? Niemand scheint wirklich daran interessiert zu sein, welche dunklen Ausmaße die sozialen Medien haben werden. Die Leser gehen auf eine unendliche Reise und lernen das trostlose Leben der Nutzer kennen, die sich aber mithilfe der Chroniken selbst retten können. Doch das Internet hält sich nicht an unberührte Privatpersonen. Auch zu den noch in der realen Wirklichkeit lebenden Menschen nimmt Jens T. Hinrichs den Leser mit und lässt ihn, auch durch Satire, Briefe, Rhythmen, Kabarett und Karikaturen, am Alltag in den sozialen Medien teilhaben. Eines haben „Die Chroniken über Social Media ist …!“ gemeinsam, den unerfüllbaren Wunsch, dass das Internet wieder so werde wie vor der Zeit als es soziale Medien und soziales Netzwerken gab.
Der Leser kommt nicht umhin, am Ende des Buches zu fragen, wann gibt es eine Fortsetzung und wo einen interaktiven Zugang zu seinen Gedanken.

Autor: en bloc thesis

Jens T. Hinrichs, Journalist, a.D. (außer Dienst) und Selbstverlag (dauerhaft geschlossen). Glaube fest an den Grundsatz “The answer how to question something is whistleblowing. The rest will be killed by free speech.”