No. 5 // Social Media ist …! von Jens T. Hinrichs

Social Media ist …!

„… der Pfad über den ich nur all zu gerne in Erfahrung bringe, wer mein Geburts-TAG geklaut hat und wann. Eine Kontosperre ist nur durch Eingabe neuer Daten möglich, nicht aber die Sperrung des Kontos als solches. Warum muss ich das online tun, ist doch wieder künstlich generierter Traffik. Geht die Sperrung nicht einfach via Telefon und Pin, wie bei meiner Kreditkarte. Ich kann aber auch auf meine Kreditkarte schreiben, den Dieb zu bitten, mein Konto sperren zu lassen. Das vermittelt mir auch ein „Gefühl“ von Sicherheit. Besser Finger von beiden Dingen lassen, das wäre ein „Gefällt mir“ wert. Schade, wirklich schade, so leicht ist es in beiden Fällen nicht. Letztere Anmerkung ist ü b e r h a u p t nicht schadenfroh.
21. Mai 2014, 22:17:25 Uhr

… „Hände hoch, dies ist ein Datenbanküberfall!“ Diese Vorwarnung ist hinfällig, es wird gleich eine Dankbank überfallen. Früher konnte man den Tätern noch hinterhersehen. Heute wird die Beute schlicht kopiert und in Umlauf gebracht. Konsequenzen haben das Nachsehen. Was für ein Schaden.
21. Mai 2014, 22:43:58 Uhr

„… das Unrecht aufs Vergessen! Das bescheinigt Dir gern ein Löschantrag. Was ist mit denen, die meine Privatsphäre verletzen, gibt es da für den Such(t)maschinenanbieter ein Recht auf Störerhaftung?
21. Mai 2014, 22:56:26 Uhr

… der reproduzierbare Aberglaube, dass man jederzeit auf einen (Par-)Artikel von Google stoßen kann. Noch heißt es klicken und für ‚ne bessere Platzierung die Werbetrommel rühren. „Klicken“, „Trommel“ – also Suchmaschinen-Roulette. Schön wäre ein Suchmaschinenergebnisse-Genozid oder De-Kontamination. Zehntausend statt Einermillion Treffer tun es ja auch. Vielleicht sind dadurch auch jene zu sehen, die sonst nicht unter den bisherigen Treffern waren und auch jene darunter, die nicht Willens sind, für Werbung zu bezahlen. Gefällt uns das denn? Was sagen jene, die nicht wissen, was eine „no-follow“-Anweisung ist, die nur zu gerne behaupten, dass man jederzeit auf einen (Par-)Artikel von Google stoßen kann. Was ist in solchen Fällen mit dem User-Teilchen, tritt man sein vermeintliches Recht auf unvoreingenommene Meinungsbildung mit Füssen. Wer kann darauf eine unvoreingenommenere Antwort liefern, wenn nicht Google, Bing & Co …! Will mir gar nicht ausmalen was geschieht, wenn man den negativen Besch(l)uss beschleunigt. Wahrscheinlich bedeutet es dann einen Internetgau.
21. Mai 2014, 23:22:59 Uhr

„… dazu da, mir Deine dunkle Seite zu zeigen, alle finden daran gefallen. Alle suchen danach, auch Du, wann sonst sollte man es mit einem Löschantrag versuchen? Deine vermeintlichen Freunde darum zu bitten, wäre wohl zuviel verlangt – lieber eine Such(t)maschine missbrauchen, nicht schon wieder…lich genug?
21. Mai 2014, 23:29:18 Uhr

„…, wenn sie glauben, dass sie schon alle Bilder gesehen haben, dann warten sie’s nur ab!
21. Mai 2014, 23:47:11 Uhr

„… technischer Internet-Darwinismus. Am Anfang stand ein Stand-alone-PC, dann ein WLAN-Laptop, dann das x-te Phone, dann noch größere und leistungsfähigere Weggefährten, hin und wieder wuchs dem User-Teilchen auch ein sechster Daumen. Bald folgen verbesserte Sprachsteuerungen und visuelle Eingabehilfen mittels Augenzwinkern, Ohrenwackeln oder Pobacken__eifen. Ein paar Innovationen habe ich vergessen, andere „Missing Links“ bleiben unentdeckt. Die Wahrheit von dieser Evolutionsgeschichte ist: User-Teilchen wollte man keine unnötigen Innovationen vorenthalten und die Informationsgesellschaft nicht von der Wegwerfgesellschaft trennen. Stattdessen hätte uns ein Zeitsprung einen besseren PC beschert. Wird man daraus lernen, ich denke nicht. Diesen Recycling-Fehler brauchen wir, er ist schlichtweg vorprogrammiert.
21. Mai 2014, 23:56:26 Uhr

von Jens T. Hinrichs

Autor: en bloc thesis

Jens T. Hinrichs, Journalist, a.D. (außer Dienst) und Selbstverlag (dauerhaft geschlossen). Glaube fest an den Grundsatz “The answer how to question something is whistleblowing. The rest will be killed by free speech.”

Ein Gedanke zu „No. 5 // Social Media ist …! von Jens T. Hinrichs“

  1. iColumn // 11. Mai 2016 – Die Bundesregierung hat die Novelle des Telemediengesetzes auf den Weg gebracht und stärkt das Recht auf freieren WLAN-Zugang. Der Anbieter unterliegt nicht mehr in der Beweispflicht und muss keine Verschlüsselung bereitstellen. Dagegen wird ausgeklammert, dass der Anbieter nicht doch Daten erheben darf, zumal er ja belegen muss, dass der Verbraucher bestätigt hat, das er keine Straftaten begeht beziehungswaise sogenannte „Nutzungsbedingungen“ bestätigen muss, wenn der Inhaber des Zugangspunktes ihm einen freien Zugang gewährt. Mit der gesetzlichen Neuregelung ist meines Ermessens (m. E.) nach die Gefahr verbunden, ob Telekommunikationsanbieter nicht dazu verleitet werden, den Breitbandausbau zu verschleppen, währenddessen sie den bisherigen Internetzugang absichtlich drosseln; ob Hersteller von Routern damit auch an der Software abspecken und damit den „Passtrough“ werkseitig voreinstellen oder Programmierlücken ignorieren, weil ja kein Missbrauch mittels Zutrittsgewährers mehr erwartet werden kann. Die Pflicht auf Security Awareness wird auf künftige Verbrauchergenerationen gelenkt und womöglich auf Anfrage nachweisen müssen, dass sie keine Internetkriminelle sind. Die Abschaffung der Störerhaftung ist damit nichts anderes als einen Anspruch auf ein freies WLAN begründen zu können, Verbraucher aber Belege dafür erbringen müssen, dass sie solche einen Anspruch begründen und mittels IP-Signatur bestätigen, dass sie den Anspruch nicht unter falschen Angaben erworben haben und mit ihrer Falschaussage keine Internetstraftaten begehen. Darüber hinaus prophezeie ich einen sprunghaften Anstieg von entgeltpflichtigen Zusatzpaketen zur hauseigenen Verschlüsselung; die Haftung des WLAN-Betreibers wird in eine reine Serviceleistung für das Internet der Dinge (IoT) umgemünzt. Ich hoffe auf einen Ausgleich an Informationspflichten im BGB beispielswaise in Form einer doppelten Widerspruchsbelehrung, um sicherzustellen, mir einen Link zu hinterlassen oder einen freien Zugang zu gewähren, dass bzw. wo ich auch den Haken, der mir den Zugang zum freien WLAN ermöglichte, auch rückgängig machen kann. Wenn man es genau nimmt ist die Formulierung, das eine Störerhaftung abgeschafft wurde und es damit ein befreites WLAN geben soll, völlig ubertrieben. Meine Pforten bleiben verschlossen, man muss nicht jedem sein Hintertürchen feilbieten. Also, viel Spaß beim (K)Entern oder dem Vermessen des Zugangsgeschwindigkeiten, bei der Ervolkszählung von Hotspot-Zugangspunkten ggf. klopfen sie doch bitte zuerst an meine Hintertür, wenn sie bei mir Daten ausspähen wollen. Den Beweis, dass sie diese Daten nicht gegen mich verwenden, erbringen sie dann bitte auch, haha.

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