No. 1 // Social Media ist …! von Jens T. Hinrichs

Social Media ist …!

„…, jemanden dauerhaft an den Pranger stellen können!“
8. Januar 2013, 20:10:42 Uhr

„…, sich in sozialen Netzwerken auszukotzen!“
8. Januar 2013, 20:13:14 Uhr

„… richtig, ja man liest Nachrichten, um sie anzurichten, um auszurichten, um anzurichten!“
8. Januar 2013, 20:16:02 Uhr

von Jens T. Hinrichs

Autor: en bloc thesis

Jens T. Hinrichs, Journalist, a.D. (außer Dienst) und Selbstverlag (dauerhaft geschlossen). Glaube fest an den Grundsatz “The answer how to question something is whistleblowing. The rest will be killed by free speech.”

3 Gedanken zu „No. 1 // Social Media ist …! von Jens T. Hinrichs“

  1. iColumm // Die Menschheit kann es nicht lassen und gleichzeitig ist sie von folgender Appart uberrascht, die im folgen Artikel „Initiative richtet Internet-Pranger für Falschparker ein“ von Sebastian Schmitt am 8. Februar 2016 (aus der Onlineausgabe der Berliner Zeitung, Url-Quelle: http://www.berliner-zeitung.de/berlin/autos-auf-radwegen-initiative-richtet-internet-pranger-fuer-falschparker-ein,10809148,33741900.html) unter Beweis gestellt wird und deshalb auch eine kommentierte Würdigung verdient. Petze oder Hetze liegen dieser Tage immer häufiger beieinander, schade. Doch m. E. ist das Interaktionsverhalten umso dreister, je fetter die App ist. Indes hoffe ich, dass sich dieser nebulöse Verschleierung lichtet und man wieder die reine Wahrheit vor der scharfen Propaganda erkennt, anstatt vor der Verfremdung wegzurennen. Ich will aber an dieser Stelle nicht zu sehr appschweifen. Anonym ist nur, wer sich nicht mithilfe einer IP-Adresse ins Internet begibt, alles andere führt zu Datenschmutz. Mit der IP kann auch ein Monitoring möglich sein, das ist so ähnlich wie Radio ein- oder auszuschalten. Natürlich will man Kritiker beschwichtigen, wo man nur kann, das nennt man Public Dementi, damit man hinterrücks Public Viewing betreiben kann. Seine wahren Interessen kann man ja geheimhalten, so sicher wie das Anonymisieren im Internet sicher sein soll. Und in ferner Zukunft mutiert Siri zur Politesse 2.0, oder was? Bis dahin jede Menge Applenkung bis zur nächsten Uberwältigung. Autofahrer auf Appwegen, sozusagen.
    Diese Form der Kritik ist meine Methode mich appzureagieren, anstatt mich selbst in diesen Internet-Pranger oder unter diesen Pöbel zu begeben; um Mithilfe fürzubitten, damit sich Antipathien erschaffen, um dem Appschaum noch mehr Internetblasenprobleme appzugewinnen, mit denen sich Aufsichtbehörden herumplagen müssen, die, wenn es so weitergeht, derart überfordert sind, sodass die meisten von uns das gewünschte Ziel erreichen, dass sich das Internet von einer unsichtbaren Geisterhand wie von selbst reguliert und uns dirigiert, bis das Fegefeuer erstickt und aus der Asche wieder neue Asche gewonnen werden kann. Und sodann die Säuberung vom Neuen beginnt und damit auch wieder das gewünschte Ziel einer Selbstregulierung erneut in weite Nähe rückt. Ich fühle mich derweilen eher etwas irritiert von dieser Goodwill-Selbstregierung; sollte da nicht mal einer das Ruder ubernehmen? Bevor das „eigen, artige“ Internet ein ebenso rudimentäres, aber sehr eigenwilliges Bewusstsein entwickelt. Bevor man sich in die Untiefen eines solchen Internet-Pranger hineinmanövriert oder dazu verleiten lässt. Ich brauch‘ zumindest jemanden, der das autonome Applager steuert, ein Behördensystem, das den Appbetrieb von Internetströmungen über(d/w)acht, das zur ausgewogenen Essenzkultur auch angeprangert werden darf. In diesem Internet-Pranger möchte ich dann auch einmalig Gefangener sein, verraten und verschachert werden. Denn dieser Internet-Pranger wird sicherlich von privat-rechtlicher und widerrechtlicher, aber geduldeter Fronnatur sein. Für Spurensucher wie mich gibt es dann weder Appschuss- noch Appwrackprämien – immer noch nicht, schade eigentlich. Überall Undank säen und appernten bleibt der Internetwelt Fron, denn Lohn kann man nicht erwarten; aber sich von Fron ernähren, das funktioniert für Startapps immer – weit unsichtbar uber- und unterhalb jeder Hemmschwelle. Frohsinn kann man jederzeit verbreiten, um zu beschwichtigen. Fronsinn nennt man dann Appschreibung, so klingelt es dann auch in der kleingeistigen und ebenso ewiggestrigen Umsatzdatenbank. Und wenn mein Prangern scheitert, werde ich in der Wirklichkeit etwas suchen müssen, um daran etwas weniger Subreales abzugewinnen, weil ich am Internet gescheitert bin. Denn winseln um Gnade, im Internet-Pranger oder im Mittelalter, hat nur zum schnellen Tode beziehungswaise Appleben geführt. Und im Internet-Worst-Case-Szenario werden MEHRtürer bezeihungswaise Märtyrer wie selbstfahrende Autos im wahrsten Unsinne des Mordes „unheimlich“ berühmt durch diesen Internet-Pranger zum Wohlstand des kommerziellen Internetz verwurschelt, im Internet-Pest-Käse-Szenario appgewrackt, damit sich die Phönix-Asche-Spirale wieder um die eigene Achse des Bösen drehen kann, um uns appzuschalten, für jede Form von Internetkritik, der man auch Negatives appgewinnen kann, wenn man doch nur bloß den Goodwill dazu hätte.

  2. iColumm // Im Internet werden k_eine Scherze gemacht, sondern Kommerz mit Schmerzen gemacht, Über solche Ohnmacht vermögen Internet-Pranger. Der Artikel „Trotz scharfer Kritik: Bewertungs-App für Menschen kommt – mit einer Änderung“ vom 21. Oktober 2015 in der Onlineausgabe vom FOCUS, Url-Quelle: http://www.focus.de/digital/handy/internet-menschen-online-bewerten-aufregung-um-geplante-app-peeple_id_4997931.html.
    In mittelalterlicher Vorzeit hat der Pöbel Spaß empfunden, den Angeprangerter, den zum Schafott – beziehungwaise Schafkot – verschlAPPten und zur öffentlichen Läuterung verführten, mit faulen Appeln und anderer Rohkost zu bewerfen, weil der Pöbel teilhaben wollte und weil es ihm danach verlangte, an fremder Offenbarung, manchmal auch an denselben Lügen ebenso. Sehr wahrscheinlich ist es auch die Hoffnung solcher Appschreiber, dass sich die Würde des Menschen im Internet manifestiert und in einer Big Databank als Schreckensheerschar offenbart. Widerlicher Hoffnung den eifrigen Fronnaturen, Unheil an den Teufelaien im Internet appzuschöpfen, um ihren Startappinvasoren und anderen halbstarken Senkrechtstartern einen Zinseszins zu uberbringen. Und so stehen uns die Cloudpforten offen, anstatt zu regnen, hagelt es Kritik, anstatt Bewertungssteine zu werfen. Den Internet-Pranger selbst und die negative Kritik kann man also verdrehen und verwenden wie man will, dabei kommt jede unendlich teilbare Datenmenge (sog. Grenzwerte) heraus, die man nach Geldsegen durchsuchen darf. Überall passt das zu meiner Zäsur des Internets. Menschen müssen wirklich sehr optimistisch sein, wenn solche Pranger-App für unser reales Zusammenleben positiv sein sollen. Wieder einmal der Beweis, dass wir ein Handycapp fürs Internet haben. Schon widerlich, so ein Internet-Pranger, will sagen, darf ich auch mit Lyrik „Peeples are Peoples“ vom 26. Oktober 2015 trotzen, die eigentlich stellvertretend und generell allen Internet-Prangern widme könnte: http://sciencefiltr.com/2015/10/26/algorhythmus-peeples-are-peoples/ Drückt mehr oder weniger meine Appneigung gegen appgesteuerte Mitmenschen aus. Mir dieser Depeche kommen meine Prophezeiungen hoffentlich in Mode. App sofort und auch künftig werde ich an meinen Prophezeiungen festhalten, denn „Peeple“ wird nicht das letzte Internetmal sein, die uns die Internetsucht versüsst. Wer ein positiver Mensch ist, der sollte lieber sagen, dass der genüssliche Teller mit Suppe halb voll mit Salz erfüllt ist. Individuelle Kommentare, meinetwegen auch gern und tief versteckt im weltweiten Internetdreck sind mir dagegen viel lieber und versüssen mir mein Internet-hinein-Leben; immer wieder.

  3. iColumm // Ein Beleg, der meine Internetsucht befriedigt. Der Artikel „Autofahrer verpetzen wird zum neuen Volkssport“ über Internet-Pranger von Roland A. Wildberg, erschienen am 6. April 2014 in der Onlineausgabe „Die Zeit“ Url-Quelle: http://www.welt.de/motor/article126564123/Autofahrer-verpetzen-wird-zum-neuen-Volkssport.html, © WeltN24 GmbH 2016. Alle Rechte vorbehalten. Ich denke, es gibt noch mehr Beiträge wie diese, die meine Vermutungen und Langzeitbeobachtungen untermauern oder meine Befürchtungen bestätigen, dass es noch mehr appgesteuerte Mitmenschen gibt, die so was gutheißen. Besonders gefallen hat mir der Übergang vom Verbrechen hin zur Bagatelle. Deshalb ist so eine App aber nicht weniger schlimm, man bedenke nur wer über die Daten als Letzterer verfügt und ob nicht mein Auto auch einen gewissen Raum an Privatsphäre einnimmt. Appschreckung oder Applehnung? Verkehrsregeln oder verkehrte Regeln? Fehlt uns nur noch die Pöbelai von Do-it-Yourselfie-Politessen. Gut fände ich eine Verwarnung via App, darf ich die dann auch mit jemanden im Internet teilen. An internet without frontiers – who will shot the selfie-sheriff or shareriff?

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